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Kärnten: architektonische Highlights

Im wasserreichsten Bundesland Österreichs führt auch eine Architekturreise meist direkt ans Wasser: Viele der schönsten Bauwerke des Landes stehen am Ufer eines der vielen malerischen Kärntner Seen.

Künstlerstadt Gmünd © Gmünd
Künstlerstadt Gmünd © Gmünd
Schlosshotel Velden © Falkensteiner
Schlosshotel Velden © Falkensteiner
Friesach - Kaernten © Österreich Werbung/Diejun
Friesach - Kaernten © Österreich Werbung/Diejun
Schloß Porcia in Spittal
Schloß Porcia in Spittal
Domenig Steinhaus in Steindorf, Kärnten © Tvb Bodensdorf
Domenig Steinhaus in Steindorf, Kärnten © Tvb Bodensdorf

Prachtvolle Villen, wohin man schaut
Mögen andere Seen vielleicht beschaulicher oder romantischer sein: Der Star unter den Kärntner Seen ist nach wie vor der Wörthersee. Dass er aber nicht erst seit Jahrzehnten, sondern schon am Beginn des 20. Jahrhunderts ein beliebter Treffpunkt der Reichen und Schönen war, ist an einer Reihe prächtiger Seevillen erkennbar, die aus jener Zeit stammen. Das besterhaltene Villenensemble aus jener Epoche findet sich am Nordufer des Sees in Pörtschach, darunter die Villa Wörth. Die verspielten Loggien, Terrassen, Giebel und Ecktürme der auch als „Wörtherschlössl“ bekannten Villa sind im Stil der Neorenaissance gestaltet.

Wie wichtig die repräsentative Funktion dieser Villen war, zeigt das Beispiel der Villa Miralago: So wurde die zum See gerichtete Fassade mit zwei symmetrischen Erkern besonders aufwändig und kunstvoll gestaltet. Romantisch wirkt hingegen das kleine hölzerne Bootshaus der Villa mit seinem achteckigen, pavillonartigen Aufbau – ein schönes Beispiel damaliger Holzhandwerkskunst. Das Bootshaus der Villa Schnür wiederum ist sowohl wegen seiner aufwändigen Gestaltung mit zwei Stockwerken als auch seiner pittoresken Lage bemerkenswert: Auf Pfählen im Wasser ruhend, ist es über einen Holzsteg mit dem Seegrundstück verbunden.

Am besten erschließt sich der Reiz der Wörthersee-Villen vom Wasser aus – wenn man mit dem Boot gemächlich vorüber fährt und den Anblick auf sich wirken lässt. Wer Zeit hat, legt auch noch in Klagenfurt an und spaziert zu den sehenswerten Bauwerken der Stadt, allen voran das im Jugendstil erbaute Stadttheater.

Historisches Flair erlebt, wer in den altehrwürdigen Schlosshotels am See gastiert. Das Schlosshotel Leonstain in Pörtschach wurde bereits 1492 erbaut und zählt somit zu den ältesten Gebäuden am See. Geradezu ein TV-Star ist das Schlosshotel Velden: Anfang der 1990er Jahre war das imposante Bauwerk aus dem Jahre 1892 Schauplatz der beliebten TV-Serie „Ein Schloss am Wörthersee“. Dass der dreigeschoßige Neorenaissancebau mit seinen vier charakteristischen Ecktürmen mitunter so manchem Darsteller die Show gestohlen hat, wundert hier niemanden. 

Eines der ungewöhnlichsten Bauwerke Österreichs
Auch die Ufer des Ossiachersees locken nicht nur mit Badefreuden, sondern ebenso mit architektonischen Genüssen. Das rund tausendjährige Stift Ossiach wurde 2009 saniert, umgebaut und erweitert. Bei den alljährlichen kulturellen Veranstaltungen wird die semitransparente Fassade durch geschickte Beleuchtung spektakulär inszeniert.

Schräg gegenüber, auf der anderen Seite des Sees, befindet sich ein architektonisches Juwel, das aufgrund seiner bizarren Optik lange Zeit bei der Bevölkerung höchst umstritten war: Das „Steinhaus“ von Günter Domenig in Steindorf ist eines der ungewöhnlichsten Bauwerke Österreichs und gilt heute als bedeutendstes Schlüsselwerk der dekonstruktivistischen Architektur. Seine zerklüfteten Polyeder aus Stahl, Glas und Beton zitieren die umliegenden Gebirgs- und Felsenformationen, aber auch die zerfallende Architektur aus der ländlichen Gegend.

Geschichte wird durch Künstler wiederbelebt
Eine halbe Autostunde davon entfernt liegt der malerische Millstätter See. Neben dem Stift Millstatt, in dessen historischen Gemäuern ebenfalls viele kulturelle Veranstaltungen stattfinden, ist hier vor allem das Schloss Porcia in Spittal an der Drau erwähnenswert: Der Palazzo aus dem 16. Jahrhundert zählt zu den schönsten Renaissancebauten nördlich der Alpen.

Gleich in der Nachbarschaft lockt die mittelalterliche Kulturstadt Gmünd mit einer besonderen Attraktion: Im Sommer kann man als Gast miterleben, wie internationale zeitgenössische Künstler die historischen Gebäude, Plätze und Gassen mit ihrer Kunst beleben. Auch in Friesach, der ältesten Stadt Kärntens, wandelt man auf den Spuren des Mittelalters: Die gut erhaltenen historischen Bauwerke wie die Stadtbefestigung samt wasserführendem Stadtgraben werden bei Veranstaltungen wie den Burghofspielen perfekt inszeniert. Friesach liegt übrigens an der Metnitz, Gmünd an der Malta und Lieser. Hier in Kärnten ist eben so gut wie alles nah am Wasser gebaut.

Architektonische Rundreise durch Österreich

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