Großglockner Hochalpenstraße

Wer von Norden nach Süden reist, etwa von Deutschland nach Italien, tut gut daran, einmal die Autobahn zu verlassen und sich zu entschleunigen. Die Großglockner-Hochalpenstraße gibt dazu reichlich Gelegenheit – und belohnt Reisende mit unvergesslichen Einblicken in die Welt des Nationalparks Hohe Tauern.

Großglockner Hochalpenstrasse in Kärnten © Großglockner Hochalpenstrasse
Großglockner Hochalpenstraße © Österreich Werbung

Freilich, einige bleiben stehen, weil ihnen die vielen Serpentinen ein flaues Gefühl in der Magengrube verursacht haben. Doch die allermeisten lassen sich einfach überwältigen. Wenn etwa Wolkenschwaden in atemberaubender Geschwindigkeit vom Tal tausende Höhenmeter überwinden und sich in der mächtigen Gebirgskulisse verlieren, gibt es kaum jemanden, der nicht beeindruckt innehält. Eile mit Weile – dieses Motto sollte man bei einer Fahrt auf der Großglockner-Hochalpenstraße nie aus den Augen verlieren. Auf 48 km verbindet diese wohl berühmteste Alpenstraße die Bundesländer Salzburg und Kärnten. Egal, ob man von der Salzburger Seite, von Bruck im Salzachtal, oder von Heiligenblut im Kärntner Mölltal aus startet, die Überquerung des Alpenhauptkamms bietet auf beiden Seiten eine eindrucksvolle Fahrt quer durch alle Vegetationszonen. Blühende Almwiesen, duftende Bergwälder, mächtige Felsen und schließlich das ewige Eis gehören zu den ständigen Begleitern – ebenso wie der Großglockner, der mit 3798 m höchste Berg des Landes.  

Nicht nur staunen und schauen, sondern auch lernen kann man auf dieser Straße. Zahlreiche Aussichtsplattformen, sechs Natur-Lehrpfade, Schaupulte und zwei Besucherzentren informieren die Reisenden über die einzigartige Fauna und Flora des Nationalparks Hohe Tauern. Der Höhepunkt der Fahrt ist im wahrsten Sinne des Wortes auf dem Hochtor erreicht, dem mit 2.504 Metern Seehöhe höchsten Punkt der Strecke. Hier wird man mit einem Panoramablick auf über 30 Dreitausender belohnt – wenn das Wetter mitspielt ... Kaum vorstellbar, dass in diesen eisigen Höhen bereits vor 4.000 Jahren Menschen die Alpen überquerten.

Auf der Franz-Josefs-Höhe, wo fast alle Reisenden eine längere Rast einlegen, hat man den besten Blick auf die Pasterze, den mit 9 km längsten Gletscher Österreichs. Wer hier ein helles Pfeifen hört, sollte nicht nur die Ohren spitzen, sondern auch die Augen öffnen. Denn Murmeltiere tummeln sich gerne am Gletscherrand. Und ein Blick durchs Fernglas lässt kletternde Zeitgenossen unterschiedlichster Art erkennen – einerseits Steinböcke, die akrobatisch über die steilsten Felsen springen, andererseits Alpinisten, die teils in Karawanen auf Österreichs höchsten Berg steigen. Wer dabei Lust auf Bewegung bekommen hat, kann auf leicht begehbaren Wegen selbst das Terrain erkunden. Der Gletscherweg, der zu Eisabbruch, Moräne und Gletscherzunge der Pasterze führt, ist eine einzigartige ökologische Entdeckungstour. Und auf dem Weg zur Edelweißspitze lassen sich mit etwas Glück seltene Greifvögel wie etwa Steinadler oder Bartgeier beobachten.

Wer auf der steilen Passstraße aber nicht nur sein Auto, sondern vor allem sich selbst herausfordern will, kann die Strecke auch mit dem Rad zurücklegen. Jeden ersten Sonntag im Juni wird hier unter ausdauernden Hobbyradlern der „Glocknerkönig“ gekrönt …
www.grossglockner.at

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