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Mühlviertler Weberstraße

Auch wenn die goldenen Zeiten des Weberhandwerks schon lange vorbei sind - im Mühlviertel ist diese Tradition noch überall präsent. Bei einer Reise auf der Mühlviertler Weberstraße folgt man dem Weg der Naturfaser Flachs vom Anbau bis zur Herstellung von eleganten, feinen Leinenstoffen.

Webereimuseum Haslau © Tourismusverband Böhmerwald
Webereimuseum Haslach © Böhmerwald Tourismus

Jahrhundertelang wurde im Mühlviertel Flachs angebaut. Die daraus verarbeiteten Leinenstoffe und Webereiprodukte wurden ab dem 17. Jahrhundert in alle Welt exportiert. Der Niedergang der Weber-Industrie erfolgte erst im 20. Jahrhundert – zuerst durch den Bau des gigantischen Moldau-Staudamms auf der tschechischen Seite des Böhmerwaldes, der das Klima im Mühlviertel veränderte und dadurch den Flachs nicht mehr so gut gedeihen ließ. Dann kam die billige Textilkonkurrenz aus Fernost, die vielen Webereien, die ganze Orte im Mühlviertel ernährten, den Garaus machte. Doch es gibt sie noch – die kleinen, feinen Familienbetriebe, die wunderschöne Unikate aus Leinen herstellen.

In Haslach, dem einstigen Zentrum der Leinenweberei, begegnet einem die glorreiche Vergangenheit auch heute noch auf Schritt und Tritt. Am eindrucksvollsten im Webereimuseum, das im Textilen Zentrum Haslach untergebracht ist und die Verarbeitung des Flachses und die Technik des Webens veranschaulicht.

Auch wenn die hellblau leuchtenden Flachsfelder im Mühlviertel weitgehend verschwunden sind, in den bis heute bestehenden Webereien erlebt man nach wie vor die zeitlose Schönheit der Leinenproduktion. Etwa bei der Firma Leitner in Ulrichsberg, wo Haute Couture, Decken, Pölster und Tischwäsche in originärem Design hergestellt werden. Selbiges gilt für die Firma Vieböck in Helfenberg, wo auch die betriebsame Produktionshalle mit acht Webmaschinen besucht werden kann. „Unser Gebäude hat Charakter“, sagt Geschäftsführer Johann Kobler, der mit Stolz darauf verweist, dass seine Leinen-Manufaktur bereits seit 1832 besteht. Ganz heutig sind die feinen Leinenstoffe im Verkaufsraum – vom Bademantel bis zum farbenprächtigen Dirndl in modernem Design lassen sich die Kollektionen anfühlen, probieren und erstehen.

Und wer im Juli im Mühlviertel weilt, sollte keinesfalls den berühmten Webermarkt in Haslach versäumen, denn dann verwandeln tausende Besucher und Aussteller aus aller Welt die verwinkelten Gassen des beschaulichen Orts in ein kunterbuntes Potpourri aus feinen Stoffen.
 
Mühlviertler Weberstraße
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