Vom Sängerknaben zum Kapellmeister
Joseph Haydn wird am 31. März 1732 in Rohrau (Niederösterreich) als zweites von zwölf Kindern eines Wagnermeisters und einer Köchin geboren. Sein musikalisches Talent bricht schon im Kleinkindalter durch.
Bereits mit sechs Jahren erhält er Unterricht in Gesang und Instrumentenspiel bei einem Vetter in Hainburg (Niederösterreich). Schließlich wird der Kapellmeister des Wiener Stephansdoms auf den kleinen Joseph aufmerksam und holt den damals Achtjährigen als Chorknaben nach Wien.
Neun Jahre genießt Haydn eine – vor allem praktische – musikalische Ausbildung, nebenbei ist er als Solosänger in Wiener Adelshäusern gefragt.
1749, mit Einsetzen des Stimmbruchs, muss er plötzlich selbst für sich sorgen. Er findet eine Anstellung als Bediensteter bei dem gefeierten Kapellmeister Nicola Porpora im heute noch existierenden Michaelerhaus, gleich neben der Michaelerkirche (wo Haydn Orgel spielte). Im Austausch bekommt er fünf Jahre lang eine fundierte musikalische Ausbildung. Haydn ist zwar arm, aber glücklich in seinem Zimmer in der Dachkammer: „Ich konnte auf meinem von Würmern zerfressenen Clavier arbeiten und beneidete keinen König um sein Glück“.
Nach einer kurzen Anstellung auf Schloss Wieselburg (Niederösterreich) und als Kapellmeister des Grafen Morzin in Lukawetz bei Pilsen (CZ) heiratet er 1760 im Stephansdom Maria Anna Keller, die Tochter eines Perückenmachers. Eigentlich ist Maria Anna seine zweite Wahl – er hätte ihre Schwester bevorzugt. Es folgt eine glück- und kinderlose Ehe; Haydn werden einige Liebesbeziehungen „außer Haus“ nachgesagt.