Haydnhaus, Mozarthaus und Stephansdom zählen u.a. zu den Originalschauplätzen in Wien. Statten Sie auch in der Mariahilfer Straße seinem Denkmal einen Besuch ab oder sehen – und hören! - Sie Haydn bei der historischen Ankeruhr.
Haydn schlug in London ein attraktives Angebot aus, um nach Wien zu seinen musikalischen Wurzeln zurückkehren zu können. Zahlreiche Stätten zeugen von der Präsenz des großen Komponisten in Wien:
HaydnhausHaydn erwarb das ebenerdige Wiener Vorstadthaus in der Haydngasse 19, nahe der heutigen Shoppingmeile Mariahilfer Straße, im Jahr 1793. Er ließ es umbauen und aufstocken. In dem Haus, das ihm zwölf Jahre als Domizil dienen sollte, entstand ein Großteil seines Alterswerkes, darunter die grandiosen Oratorien „Die Schöpfung“ und „Die Jahreszeiten“. Nach umfangreicher Neugestaltung wird das Haydnhaus am 29. Jänner 2009 neu eröffnet. Bei einem dreitägigen Fest rund um Haydns 200. Todestag am 31.5.2009 kann man erstmals auch den rekonstruierten Garten sehen. Das Museum im Haydn-Haus ist ein Muss für Haydn-Fans!
www.wienmuseum.atStephansdom
Auf der Suche nach begabten Sängerknaben war 1739 der Kapellmeister des Wiener Stephansdoms in Hainburg beim Stadtpfarrer zu Besuch. Bei dieser Gelegenheit ließ er sich vom jungen Haydn vorsingen und erkannte sein musikalisches Talent. Der achtjährige Joseph wurde ins Kapellhaus bei St. Stephan in Wien als Chorknabe aufgenommen. Außerdem heiratete Haydn hier 1760 Maria Anna Keller, was allerdings eine glücklose Ehe werden sollte.
www.stephanskirche.atMozarthaus Vienna
Das Musikgenie Wolfgang Amadeus Mozart nannte Haydn seinen „väterlichen Freund“. Die beiden Komponisten trafen einander am 2. Februar 1785 hier in der Domgasse, wo Mozart von 1784 bis 1787 in vier Zimmern, zwei Kabinetten und einer Küche geradezu herrschaftlich logierte. Mozart komponierte hier einige seiner dem Freund gewidmeten „Haydn-Quartette“, drei davon wurden mit Joseph Haydn an der ersten Geige und W. A. Mozart an der Bratsche uraufgeführt.
2009 finden Sonderausstellungen mit wertvollen Haydn-Autographen statt: „Chi vive amante...“ (zu einer Haydn-Arie, 23.1.-3.5.2009), „Haydn - Hasse - Mozart. Vorbilder eines Musikgenies“ (19.5.-20.9.2009) und „Vom Sängerknaben zum ersten Wiener Klassiker - Haydns Beziehungen zu Wien“ (14.10.-20.12.2009).
Musik-Tipp: Konzerte mit dem Concilium musicum Wien, dem Jess-Quartett Wien und dem Esterházy Ensemble (24.1., 29.3., 19.5., 11.6., 16.6., 28.6., 10.9., 5.12.2009).
www.mozarthausvienna.atMichaelerhaus und Michaelerkirche
1750 bis 1755 war Haydn im Michaelerhaus sowohl Bediensteter als auch Musikschüler des berühmten Kapellmeisters Nicola Porpora. Auch den Hofdichter Pietro Metastasio lernte er hier kennen. Trotz aller Entbehrungen meinte er:
„Ich konnte auf meinem von Würmern zerfressenen Clavier arbeiten und beneidete keinen König um sein Glück.“ Gleich daneben in der Michaelerkirche spielte der 17-jährige Joseph Haydn 1749 Orgel (hier werden 2009 alle 69 Haydn-Streichquartette aufgeführt). Eine Erinnerungstafel links vom Michaelertor der Hofburg weist auf das alte Burgtheater hin, in dem Haydns Kaiserhymne („Gott erhalte“) bei ihrer ersten Aufführung einen großen Triumph feierte.
www.michaelerkirche.atwww.haydn4strings.at Ankeruhr am Hohen Markt Die Ankeruhr – 1911 bis 1917 nach den Plänen des Jugendstilmalers Franz Matsch errichtet– ist eine Brücke mit zehn Metern Spannweite, die über eine Gasse hinweg die zwei Gebäudeteile des Anker-Hofes verbindet. In zwölf Stunden laufen zwölf Figuren aus der Geschichte Wiens mit passender musikalischer Begleitung über die Brücke, unter anderem Karl der Große, Marc Aurel und Kaiserin Maria Theresia. Um 12 Uhr mittags paradieren alle Figuren gleichzeitig. Josef Haydns Figur ist die letzte. Die hier ursprünglich als patriotischer Abschluss gespielte Kaiserhymne wurde nach dem Untergang der k. & k. Monarchie aus politischen Gründen durch eine andere Haydn-Melodie ersetzt.
Ankeruhr, 1010 Wien, Hoher Markt 10-11
Haydn-Denkmal in der Mariahilfer StraßeDas Denkmal mitten in der belebten Einkaufsmeile der Stadt wurde durch eine Spendenaktion unter Haydns Verehrern – lange nach dessen Tod 1809 – finanziert und im Jahr 1887 enthüllt. Die marmorne Statue stammt vom Südtiroler Bildhauer Heinrich Natter, der mehrfach gestufte Sockel vom Wiener Architekten Otto Hieser.
1060 Wien, Mariahilfer Straße 55
Schloss SchönbrunnDie ehemalige Sommerresidenz der österreichischen Kaiser gilt als einer der schönsten Barockpaläste Europas. 1745 trat hier der Domchor von St. Stephan auf: Der Chorknabe Joseph Haydn kletterte verbotener Weise auf einem Baugerüst herum – und bezog dafür prompt eine Tracht Prügel. Viele Jahre später (1777) spielte Haydn als Kapellmeister in Diensten der Fürsten Esterházy vor der kaiserlichen Tafel auf.
www.schoenbrunn.at EsterházykellerDiese alten Gewölbe bestehen seit 1683. Hier ließ sich der Weinliebhaber Haydn zu vielen seiner Werke inspirieren. Auch heute noch genießt man in den historischen Räumen eine einmalige Kombination von typischer Wiener Küche, Wein und historischen Ausstellungen („Die Fürsten Esterházy und Joseph Haydn“ und „Die Fürsten Esterházy und die Türkenkriege“) am Originalschauplatz.
www.esterhazykeller.atBarockbasilika Maria Treu
Am 26. Dezember 1796 wurde in der Piaristenkirche Maria Treu Haydns auch als „Paukenmesse“ bekannte „Missa in tempore belli“ (Messe in der Kriegszeit) uraufgeführt. Neben Haydn wählte auch Anton Bruckner diesen Ort, um eigene Werke erstmals dem Publikum zu präsentieren. Auf der auch heute noch oft bespielten Orgel aus dem Jahr 1858 legte Anton Bruckner zwei Orgelprüfungen ab. 2009 stehen rund 25 „Haydn-Abende“ auf dem Programm: Konzerte und Dinner mit Spezialitäten aus der Barockzeit im benachbarten Restaurant „Piaristenkeller“.
www.piaristenkeller.at/haydn2009Weitere Informationen zu den Originalschauplätzen Haydns in Wien finden Sie unter
www.wien.info/haydn-jahr-2009