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Museum Gugging

Der französische Künstler Jean Dubuffet prägte den Begriff „Art Brut“ für Kunst von Menschen, die abseits des klassischen Kunstbetriebs „rohe und unverfälschte“ Werke schaffen. Seit den 1970er Jahren gehören auch die Künstler aus Gugging zu den weltweit wesentlichen Exponenten der Art Brut.

Eingang Galerie © Art/Brut Center Gugging

Vor etwa 60 Jahren nahm die Geschichte der Art Brut in Gugging ihren Anfang, als der Psychiater Leo Navratil in der „Heil- und Pflegeanstalt Gugging“ begann, seine männlichen Patienten zeichnen zu lassen. Der als Teil eines Diagnoseverfahrens angelegte Test zeigte zu seiner Überraschung bei einigen Männern beeindruckende Ergebnisse und Navratil begann, seine künstlerisch begabten Patienten zu fördern.

Nachdem die Gugginger Künstler weltweit in über 250 Ausstellungen gezeigt worden waren, beschloss man, die Kunstwerke auch am Ort des Entstehens öffentlich zugänglich zu machen – so entstand das heutige Museum Gugging.

Das Museum beherbergt eine permanente Auswahl an faszinierenden Gemälden, Zeichnungen, Drucken und Objekten der Gugginger Künstlergruppe und bietet einen Überblick über das Schaffen von über 30 Vertretern der Art Brut aus den vergangenen 50 Jahren bis in die Gegenwart. Darüber hinaus erweitert das Art / Brut Center Gugging sein Ausstellungsspektrum laufend durch internationale Vertreter dieser aktuell viel beachteten Kunstrichtung. Die Galerie verfügt über einen Sonderausstellungsbereich und einen Bereich, in dem ganzjährig unter ständigem Wechsel Werke der Künstler aus Gugging präsentiert werden. Hier lassen sich frühe Arbeiten aus den 60er oder 70er Jahren ebenso entdecken, wie aktuelle Werke, da die Künstler kontinuierlich neue Arbeiten schaffen. Eine Erweiterung des Blickwinkels auf die Art Brut und eine Möglichkeit zum Dialog zu dieser in ihrer Begrifflichkeit schwer zu fassenden Kunstform erfährt das Museum Gugging mit dem großzügigen Sonderausstellungsbereich.

Die enorme stilistische Vielfalt der gezeigten Ausstellungstücke und deren detailreiche Aufbereitung illustriert gleichzeitig die Pionierrolle, die Gugging als „Keimzelle“ in der Entwicklung und Erforschung der Art Brut einnimmt.

www.gugging.org