Zwischen Kitsch und Trübsal, hoher Kunst und breiter Komödie ringen österreichische Filmschaffende um eine Verbindung der beiden Pole. Ihre Bemühungen werden immer öfter belohnt.
Foto: Österreichisches Filmmuseum
Oscar und Österreich - das ist eine lange Geschichte: Schließlich sind die einstigen Oscarpreisträger
Billy Wilder, Fred Zinnemann, Max Steiner, Peter Zinner und einige mehr, in Wien aufgewachsen, aber nach 1938 ins Exil geflohen.
24. Februar 2008, Los Angeles, USA. Der Oscar für den besten fremdsprachigen Film geht an den Österreicher
Stefan Ruzowitzky. In seinem Film
"Die Fälscher" manövriert sich ein jüdischer Geldfälscher in ein moralisches Dilemma: Er muss im KZ für die Nazis Banknoten der Alliierten fälschen und soll so seinen eigenen Untergang finanzieren.
2009 wurde ein weiterer österreichischer Film nominiert: Der zum Großteil im Waldviertel gedrehte Film „Revanche“ von
Götz Spielmann. Auch wenn es letztendlich nicht für einen Oscar reichte, so erhielt der an eine antike Tragödie erinnernde Film viele andere Preise.
2010 standen in Hollywood wieder Österreicher auf der Oscar-Liste:
Michael Haneke mit seinem Film „Das weiße Band“, der bereits in Cannes die Goldene Palme der Filmfestspiele erhalten hat. Und der österreichische Schauspieler
Christoph Waltz, der
für seine Rolle eines SS-Mannes in „Inglorious Bastards“ auch tatsächlich den Oscar als bester Nebendarsteller entgegen nahm.
Klingt nach einem österreichischen Filmwunder. Tatsächlich wurden vor nicht allzu langer Zeit die Film-Erfolge von
Michael Haneke,
Ulrich Seidl und
Barbara Albert von der New York Times als „Feel Bad Cinema“ gefeiert. Denn gerade der Tristesse und Ausweglosigkeit ihrer Stoffe verdanken sie ihren Erfolg. Neben der auch als „
österreichische Nouvelle Vague“ bezeichneten Strömung ist das Filmschaffen in Österreich aber auch geprägt von stetem Bemühen um gut erzählte Geschichten oder charmante Komik.
Filmgeschichte und Filmfestivals in Österreich