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Literaturfestivals in Österreich

Wenn man wollte, könnte man in Österreich das ganze Jahr über von einem Literaturfestival zum nächsten reisen. Schon allein daran erkennt man die große Bedeutung der Literatur für Österreich. Oder umgekehrt: die Bedeutung Österreichs für die Literatur.

Büchertisch © Literatur und Wein
Eine ganze Reihe von hochkarätigen Literaturfestivals bietet jedes Jahr einen umfassenden Überblick über aktuelle Trends der heimischen und internationalen Literaturszene.

Eines davon, das sich fernab der Kulturmetropole Wien besonders um die österreichische Literatur hervorgetan hat, ist das Bergdorf Rauris am Rande des Nationalparks Hohe Tauern. Im März finden die Rauriser Literaturtage im Salzburger Land statt. Große Namen zieren dabei traditionell die Gästeliste: Ilse Aichinger, Thomas Bernhard oder Peter Handke gehörten zu den ersten hier lesenden Autoren. Jedes Jahr sind die Literaturtage einem speziellen Thema gewidmet. Der Rauriser Literaturpreis, der alljährlich für die beste Prosa-Erstveröffentlichung in deutscher Sprache vergeben wird, hat vielen Talenten zu erster Publizität verholfen. Alle Preisträger haben den Sprung zum Erfolg geschafft.

Wien und München teilen sich seit 2001 die Wortspiele, ein internationales Festival für junge Literatur. Veranstaltungsort in Wien ist der legendäre Jazzclub „Porgy & Bess“ in der Innenstadt, wo die Besucher drei Abende lang jede Menge spannender Debüts und Neuvorstellungen erwarten. Etwa 20 Minuten lang hat jeder Schriftsteller Zeit, das Publikum von seinem Text zu überzeugen - am Ende des Abends wird der jeweilige Tagessieger gekürt. Im Anschluss an die Lesungen macht der Jazzclub seinem Namen alle Ehre: Bei Live-Musik und lockerer Atmosphäre hat das Publikum Gelegenheit, die Autorinnen und Autoren näher kennen zu lernen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen.

Fast schon die Atmosphäre von Pop-Konzerten bietet das Literaturfestival O-töne im weitläufigen Hof des Wiener Museumsquartiers. Oft finden sich hier über tausend Zuhörer pro Abend ein, um die aktuellen Highlights der österreichischen Literaturszene live zu erleben. Unter freiem Himmel und bei freiem Eintritt wird an allen Donnerstagen von Anfang Juli bis Ende August das heimische Literaturangebot zelebriert – vom Krimi über Lyrik bis zum großen Roman.

Zu einer wahren Großveranstaltung haben sich die Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt – meist in der letzten Juniwoche - entwickelt. Im Mittelpunkt steht dabei der Ingeborg-Bachmann-Preis, der seit 1977 nach einer Art „Wettlesen“ vergeben wird und mit 25.000 Euro dotiert ist. In einem dreitägigen Lese-Marathon vor Saalpublikum und TV-Kameras präsentieren 14 im vorhinein ausgewählte Teilnehmer im ORF Studio am Wörthersee bislang unveröffentlichte Prosatexte oder Ausschnitte. Die strenge siebenköpfige Jury vergibt neben dem Hauptpreis, der an die bedeutende Schriftstellerin Ingeborg Bachmann (geb. am 25. Juni 1926 in Klagenfurt, gestorben am 17. Oktober 1973 in Rom) erinnert, noch vier weitere Preise, die jungen Literaten helfen sollen, einem breiteren Publikum bekannt zu werden und eventuell den einen oder anderen Verleger auf sich aufmerksam zu machen.

Im Rahmen der Salzkammergut Festwochen Gmunden findet jedes Jahr im Sommer auch ein Literaturschwerpunkt statt, der hochkarätigen Schriftstellern wie Thomas Bernhard, Ernst Jandl, Robert Menasse oder Gerhard Rühm gewidmet ist und bei dem prominente Vertreter der Literaturszene zu hören und zu sehen sind.  

Hall in Tirol hat einen der besterhaltenen mittelalterlichen Stadtkerne Österreichs und ist zum wichtigsten regionalen Kulturzentrum geworden. Seit 2003 findet das Literaturfestival Sprachsalz alljährlich an einem Wochenende im September statt. Fast rund um die Uhr lesen junge Autoren aus ihren Werken mit dem Ziel, die Lust am Lesen und Zuhören, die Lust auf gute Literatur zu wecken.

Im barocken Stift Göttweig bei Krems wird bei Literatur & Wein auf genussvolle Weise Literatur mit Weinkultur und Musik kombiniert. Zu jeder rund 20-minütigen Lesung kann man einen neuen Wein aus dem Kamptal kennen lernen. Die musikalischen Einlagen kommen von internationalen Größen wie Harry Stojka, Jon Sass, Krzysztof Dobrek oder Roland Neuwirth.

Wenn es Spätherbst wird im Waldviertel, ist zumindest an einem Wochenende im Oktober Hochsaison für die Weltliteratur: Mit dem Festival Literatur im Nebel in Heidenreichstein verfolgen die Veranstalter ein völlig anderes Konzept als die meisten Festivals: Hier steht nicht eine Vielzahl von Autoren im Brennpunkt, sondern immer nur eine einzige Schriftsteller-Persönlichkeit. In den letzten Jahren waren das u.a. Salman Rushdie, Jorge Semprún, Amos Oz und Margaret Atwood.

Das in Hard am Bodensee ausgetragene Literaturfestival hardcover will mit einem vielfältigen Programm - vom kleinen Gedicht bis zum historischen Roman, vom spannenden Thriller bis zur herzzerreißenden Liebesgeschichte, vom Mundarttext bis zum klassischen Drama – bewegen, aufrütteln und unterhalten. Höhepunkt ist der am Ende der Veranstaltung verliehene Harder Literaturpreis.

Das Lesefestival StadtLesen verwandelt die schönsten Stadtplätze Österreichs im August und September in gemütliche Lesewohnzimmer. Über 3000 Bücher aus allen Genres und bequeme Lesemöbel stehen bei freiem Eintritt zum Schmökern bereit. Stars der Literaturszene komplettieren den Lesegenuss unter freiem Himmel.