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Egon Schiele

Geb.: 12. Juni 1890 in Tulln Gest.: 31. Oktober 1918 in Wien „Alles ist tot, während es lebt.“

Egon Schiele Zeichnung Sitzende Frau © Österreich Werbung/Trumler

Schon in der Schule gab es über Egon Schiele Beschwerden, weil er im Unterricht ständig zeichnete, was seinen Noten nicht gut bekam. Dafür erkannten seine Kunstlehrer sein Talent und unterstützen ihn bei der Bewerbung für die Akademie der bildenden Künste in Wien, in die er mit 16 Jahren aufgenommen wurde – gegen den Willen seines Vormunds. Schieles Vater, ein Tullner Bahnhofsvorsteher, war zwei Jahre zuvor gestorben.

Die Studien, die Schiele in der Meisterklasse des erzkonservativen Historienmalers Christian Griepenkerls widerwillig praktizierte, hatten keinen Einfluss auf seinen persönlichen Stil. In Wien lernt er Gustav Klimt kennen, der ihm ein väterlicher Freund wird und dessen Gestaltungsprinzipien er sich zunehmend aneignet. Die Akademie verlässt er nach nur gut zwei Jahren. Um künstlerische Verwirklichung zu suchen, gründet er mit Freunden die „Neukunstgruppe“ und übernimmt deren Vorsitz.

Schiele verfügt stets über gute Kontakte, Förderer und Aufträge. Allgemein wird seine avantgardistische und einzigartige Kunst aber zunächst als hässlich und abstoßend empfunden. Seine nervösen, spröden Linien überbetonen körperliche Besonderheiten. Fragil werden seelische Zustände und Abgründe auf expressionistische Art deutlich. Seine oft unschönen Aktbilder und -zeichnungen wirken mitunter eher schicksalhaft und tragisch als erotisch.

Mit zwanzig entflieht Egon Schiele dem Wiener Großstadtleben und zieht in die böhmische Kleinstadt Krumau. Dass er dort mit einem Modell in „wilder Ehe“ lebt und Aktbilder junger Mädchen malt, sorgt für einen Skandal. Daraufhin übersiedelt er nach Neulengbach bei Wien. Dort wird er des Missbrauchs einer Minderjährigen verdächtigt und kommt in Untersuchungshaft, wird aber am Ende nur wegen der „Verbreitung unsittlicher Zeichnungen“ zu drei Tagen Arrest verurteilt.

Er geht nach Wien zurück, bezieht ein Atelier und heiratet. 1915 wird er in den militärischen Verwaltungsdienst einberufen, wo er zumeist auch während dieser Zeit weiterhin malen kann. 1918 erkranken er und seine Frau an der spanischen Grippe. Er stirbt drei Tage nach ihr im Alter von nur 28 Jahren. Wenige Monate zuvor darf er noch seinen großen Durchbruch erleben – bei einer Ausstellung in der Wiener Secession, wo er und seine Gemälde international triumphale Anerkennung ernten.


Egon Schiele Museum Tulln
Schiele Sammlung im Schloss Belvedere
Weltweit größte Schiele Sammlung im Leopoldmuseum