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Gustav Mahler

Geb.: 7. Juli 1860 in Kalischt, Böhmen Gest.: 18. Mai 1911 in Wien "Ich muss oben bleiben. Ich kann mich durch nichts irritieren oder gar herunterzerren lassen. Es ist schwer genug, mich immer oben zu halten."

Porträt Gustav Mahler © Österreichisches Theatermuseum

Unter Gustav Mahler als Musiker in einem Orchester zu spielen, dürfte kein Vergnügen gewesen sein. Der reizbare, nervöse Stardirigent trieb seine Instrumentalisten an ihre Grenzen, malträtierte jene, die ihm nicht genügten, und verlangte von seinen Opernsängern bisher ungekannte Leistungen.

Das Ergebnis der Schinderei war ein enormer Erfolg beim Publikum. Schon ab Anfang Dreißig galt er als einer der größten Dirigenten seiner Zeit, tourte mit kaum fassbarem Arbeitseinsatz durch ganz Europa und leitete die bedeutendsten Orchester. 

Während seiner Wiener Jahre 1897-1907 war Gustav Mahler auf dem Höhepunkt seiner Karriere. Als Direktor der Wiener Hofoper leitete er im bis dahin traditionellen Opernbetrieb bahnbrechende Reformen ein: Er räumte auf mit antiquierten Bühnendekorationen und starr posierenden Sängern. Er fügte Bühnenbild, Handlung und Musik zu einem dramatischen Ganzen zusammen; seine Neuerungen waren der Beginn der modernen Operninszenierung.

In Wien erfüllten sich aber auch Mahlers private Sehnsüchte. Er ließ sich taufen und konvertierte zum Katholizismus, auch aus Furcht vor antisemitischen Hindernissen. Im März 1902 heiratete er die um 19 Jahre jüngere Alma Schindler, die er leidenschaftlich verehrte. Sie war von Mahler als Persönlichkeit und Dirigent fasziniert. Obwohl Alma selbst Künstlerin war und im Umfeld von Gustav Klimt und Max Klinger aufgewachsen war, bestand Mahler darauf, dass Alma sich nur mehr ihren Aufgaben als Ehefrau und Mutter widmete. Mit den beiden Töchtern Maria Anna (*1902) und Anna Justine (*1904) verbrachte das Ehepaar die Sommermonate gemeinsam. Mahler war während dieser Zeit aber so in seine Kompositionen vertieft, dass sie nur selten etwas gemeinsam unternahmen. Auch der tragische Tod der älteren Tochter im Jahr 1907 verstärkte die Bindung zwischen Gustav und Alma Mahler nicht.

Die größte Bedeutung für die Nachwelt erlangte Gustav Mahler mit einer Beschäftigung, der er meist in seinen Ferien nachging. Zurückgezogen, nahe der Berge, oft in eigens gebauten Komponierhäuschen schrieb er Musik, die ihrer Zeit um viele Jahre voraus war. Er durchbrach die gängigen Regeln der Form und der Harmonie, experimentierte mit neuen Klängen und Instrumenten sowie mit Tönen und Geräuschen außerhalb der normalen Spielweise der Instrumente. Dieser innovative Schub, besonders seiner spätromantischen Sinfonien, kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. In Wien fand seine Musik lange Zeit nur eine kleine Schar begeisterter Anhänger und stieß sonst auf Ablehnung. Auch seine Frau konnte seinen Kompositionen wenig abgewinnen.

Ende 1907 gab Mahler nach vielen Konflikten seine Stelle als Kapellmeister und Hofoperndirektor in Wien auf und ging nach New York an die Metropolitan Opera, wo er als Dirigent und endlich auch als Komponist große Erfolge feierte.

Durch seinen Arbeitseifer vernachlässigt, begann Alma 1910 eine Liebesbeziehung mit dem Architekten Walter Gropius. Dieser schrieb ihr einen Liebesbrief und adressierte ihn versehentlich an Gustav Mahler. Das brachte Mahler an den Rand des Wahnsinns. Der Komponist, der in seinen Wanderjahren als junger Kapellmeister selbst in jeder neuen Stadt leidenschaftlich verliebt gewesen war, bemühte sich dramatisch um Almas Gunst.

Mahler litt seit Jahren an einer bakteriellen Herzkrankheit. Im Februar 1911 verschlechterte sich sein Zustand nach einem anstrengenden Konzert an der „Met“. Er kehrte nach Wien zurück, wo man dem 50-Jährigen aber auch nicht helfen konnte.

Stationen seines Lebens
Gustav Mahlers Werk
Alma Mahler
Mahler und seine Zeitgenossen
Internationale Gustav Mahler Gesellschaft Wien
Komponierhäuschen am Wörthersee
Komponierhäuschen in Steinbach