Johann Strauss, Sohn

Geb: 25. Oktober 1825 in St. Ulrich bei Wien
Gest.: 3. Juni 1899 in Wien

Als Johann Baptist Strauss der Jüngere geboren wird, kann sein gleichnamiger Vater die Familie kaum über Wasser halten. Je berühmter sein Vater im Lauf der Jahre wird, desto seltener sieht ihn der Sohn. Vater Strauss bewohnt einen abgetrennten Teil der großen Wohnung, ist oft und lange auf Tournee, steht unter unvorstellbarem Arbeitsdruck und beschließt, dass sein ältester Sohn Beamter werden sollte.

Der mittlerweile siebzehnjährige Johann verdankt seiner Mutter (die sich an ihrem offenbar fremdgehenden Mann rächen will), dass er heimlich eine musikalische Ausbildung machen darf. Als der Vater dies bemerkt, kommt es zum Streit.

Kurz vor seinem 19. Geburtstag gibt Strauss ein sehr erfolgreiches Debut als Dirigent im legendären Tanzsaal des Casino Dommayer in Wien Hietzing. An die riesigen Erfolge seines enthusiastisch gefeierten Vaters kommt er mit seiner Kapelle aber zunächst nicht heran. Im Revolutionsjahr 1848 sympathisiert er mit den Aufständischen, komponiert Musik für sie, was seine Karriere später behindern wird.

Ein Jahr darauf stirbt überraschend der Vater. Dessen Orchester bestimmt den Sohn zum Nachfolger: Plötzlich spielt und dirigiert er in den bedeutendsten Sälen und auf den wichtigsten Veranstaltungen. Und er gerät in die Mühlen des nervenaufreibenden Musikbetriebs. Ein Vertrag mit seinem Verleger verpflichtet ihn, jedes Jahr eine hohe, festgelegte Zahl an Kompositionen abzuliefern.

Unter diesem Druck bricht er körperlich zusammen und ist häufig krank. Zwei seiner Brüder, Joseph und Eduard, können schließlich überredet werden, in die „Firma“ Strauss einzusteigen und entlasten ihn beim Komponieren und Dirigieren. Als es ihm besser geht, beginnt er, in den Sommermonaten höchst lukrative Gastspiele im russischen Pawlowsk zu geben, während in Wien der Betrieb aufrecht bleibt.

1862, mit 36 Jahren, heiratet er die um sieben Jahre ältere Sängerin Jetty Treffz, eine starke und erfahrene Frau, die bereits sieben ledige Kinder hat und die er schon fast sein halbes Leben lang kennt. Sie bringt etwas Ruhe in sein Leben und hilft ihm dabei, endlich k. u. k.-Hofballmusikdirektor zu werden. In den nächsten Jahren gelingen ihm jene Tanzkompositionen und Operetten, die ihn unsterblich machen. Wie in einem Ausnahmezustand wirft er 1873 die Melodien der „Fledermaus“ aufs Papier – sein vielleicht bedeutendstes Werk, das Weltberühmtheit erlangte.

Nach Jettys Tod heiratet er noch zwei Mal – jeweils sehr junge Frauen – und komponiert noch bis ins hohe Alter.

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