Johann van Beethoven war Tenor der Bonner Hofkapelle und wollte aus seinem Sohn Ludovicus ein Wunderkind nach dem Vorbild Mozarts machen. Er lehrte dem Knaben Klavier und Violine und gab ihn bei Auftritten als zwei Jahre jünger aus.
Beethovens Verhältnis zum strengen und alkoholkranken Vater war angespannt. Manchmal weckte dieser das Kind nachts und ließ es vor Freunden auftreten. Eine unbehandelte Mittelohrentzündung gilt als wahrscheinliche Ursache für Beethovens spätere Taubheit. Mit elf Jahren wird er zum Schulabbruch gedrängt. Er bekommt andere Lehrer, komponiert, erregt Aufsehen als Virtuose und erreicht mit 14 eine Anstellung als Organist bei Hof.
Mit 16 reist er nach Wien, um bei Mozart zu studieren – was aber nicht zustande kommt. 1792 holt ihn Joseph Haydn als Meisterschüler nach Wien – damals das Zentrum der Musikwelt. Auch Albrechtsberger und Salieri werden seine Lehrer. Die Musik, die er bald darauf veröffentlicht, gilt als vollkommen neuartig, seine Improvisationskunst wird gefeiert. Bald ist er von Freunden, Bewunderern und Mäzenen umgeben. Er verkehrt in den besten Häusern und ist von Frauen umschwärmt, heiratet aber nie. Als sich auch andere Städte um seine Anwesenheit bemühen, gewährt man ihm in Wien eine lebenslange Rente.
Der Erfolg wird von Krankheit und Verzweiflung überschattet. Spätestens seit dem 20. Lebensjahr leidet Beethoven unter einer Bleivergiftung, die heute als Ursache für sein reizbares Wesen und seine Gemütsschwankungen gilt. Ab 1800 hat er quälende Ohrengeräusche und wird zunehmend schwerhörig. Ein als „Heiligenstädter Testament“ bekannter Brief an seinen Bruder Carl lässt seine Verzweiflung ahnen und enthält Selbstmordgedanken.
Beethoven verliert nach und nach die Fähigkeit aufzutreten. Zeitweise lebt er zurückgezogen und komponiert kaum. Dann wieder schafft er Werke von bislang ungekannter Ausdrucksstärke, Schönheit und Komplexität. Er feiert Triumphe, schreibt aber auch Musik, die erst von kommenden Generationen verstanden werden wird.
Ab 1819 ist er völlig taub. Auch dann noch komponiert er. Sein Spätwerk wie die 9. Sinfonie oder die Missa Solemnis sind für die Musikgeschichte bahnbrechend. Er selbst kann diese Musik nicht mehr hören. Am Nachmittag 26. März 1827 stirbt er während eines heftigen Gewitters an Leberzirrhose. Seinen Körper hatte er der Wissenschaft vermacht, in der Hoffnung, zur Heilung von Taubheit beizutragen.
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Geb.: 31. Januar 1797 am Himmelpfortgrund, heute ein Teil Wiens
Gest.: 19. November 1828 in Wien
"Ich bin für nichts als das Komponieren auf die Welt gekommen."
