Michael Hanekes Filme sind eher schwere Kost. Sie können verstören, erschüttern, berühren, irritiren und machen nachdenklich. Sie überraschen, sperren sich gegen Klischees, lassen die Zuschauer ohne Happy End zurück, oft sogar ohne eindeutigen Schluss. In seiner unverkennbaren Art behandelt er Themen wie Gewalt, Entfremdung, Grausamkeit, Verzweiflung oder seelische und gesellschaftliche Abgründe.
Dabei bleiben die Motive seiner Figuren nachvollziehbar, Musik kommt nur vor, wenn sie in der Szene gespielt wird und wird nicht zur Untermalung eingesetzt. Meist schreibt der Regisseur das Drehbuch selbst.
Michael Haneke wuchs auf dem Bauernhof der Familie seiner Mutter in Wiener Neustadt auf, zu seinem Vater hatte er wenig Kontakt. Zunächst wollte er die Schule abbrechen und wie seine beiden Eltern Schauspieler werden. Doch das Max-Reinhardt-Seminar in Wien nahm ihn nicht auf. Also studiert er in Wien Philosophie, Psychologie und Theaterwissenschaften, schließt das Studium aber nicht ab sondern nimmt eine Stelle als Fernsehdramaturg in Baden-Baden an; zeitweise arbeitet er als Literatur- und Filmkritiker.
Ab 1974 dreht er eine Reihe von Fernsehfilmen, zumeist Literaturadaptionen nach Texten etwa von Elfriede Jelinek, Ingeborg Bachmann oder Franz Kafka.
Als 1989 sein Drehbuch zu „Der siebente Kontinent“ von einem Fernsehsender abgelehnt wird, entschließt er sich, den Stoff für das Kino zu verwirklichen – und findet so zu seiner eigenen Filmsprache. Der Film gewinnt auf Anhieb mehrere Preise, wie fortan fast jeder seiner Kinofilme.
Seit 2002 unterrichtet er Regie an der Wiener Filmakademie. Sein 2009 erschienener Film „Das weiße Band – eine deutsche Kindergeschichte“ gewann unter anderem die goldene Palme von Cannes, den Europäischen Filmpreis und den Golden Globe Award.
Das weiße Band - Der Film

„Meine ganze Seele hängt an dieser Gegend“, so beschrieb Adalbert Stifter einst sein Verhältnis zu seiner Heimat, dem Böhmerwald. Und Stifters Seele lebt noch heute in der Region weiter.
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