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Nikolaus Harnoncourt

Geb.: 6. Dezember 1929 in Berlin

„Dass es vielleicht zwiespältige Beziehungen zwischen mir und den etablierten Dirigenten gegeben hat, das kann man schon sagen.“

Wie mag Musik wirklich geklungen haben, in längst vergangenen Zeiten? Geht es um Klang und Spielweise alter Instrumente, um die historische Aufführungspraxis des Barock oder der Renaissance, so gilt er schon jetzt als Legende: Nikolaus Harnoncourt.

Ganz anders vor gut sechzig Jahren. Harnoncourt studierte Cello an der Wiener Musikakademie, als er in einem Kurs für historische Aufführungspraxis seine spätere Frau trifft, die Geigerin Alice Hoffelner. Sie gründen das „Wiener Gamben-Quartett“, wofür sie mitunter als verschrobene Spinner angesehen werden.

Nach Studienabschluss wird Harnoncourt unter Karajan Cellist bei den Wiener Symphonikern. Sein spärliches Gehalt investiert er größtenteils in alte Musikinstrumente, die sich das junge Paar buchstäblich vom Mund abspart.

Der Musikkreis, mit dem er und seine Frau ab 1953 verloren gegangene Klangwelten erforschen, wird noch jahrelang ohne Anerkennung und Bedeutung bleiben. Man bemängelt den wenig brillanten Klang und die Abstriche bei der Spielbarkeit der originalgetreuen Instrumente. Durch ausdauernde Arbeit gelingt dem „Concentus Musicus“ dennoch der internationale Durchbruch, zahlreiche Tourneen und bedeutende Einspielungen folgen.

Harnoncourt (ursprünglich Johann Nicolaus Graf de la Fontaine und d’Harnoncourt-Unverzagt) entdeckt vergessene Kompositionen, unterrichtet am Mozarteum in Salzburg und verfasst einflussreiche musiktheoretische Schriften. Er lässt sich lange bitten, ehe er Angebote annimmt auch andere Orchester zu dirigieren. Schließlich feiert er dann aber weltweite Erfolge mit den berühmtesten Klangkörpern.

Der feurige Charismatiker gilt dabei als unbequem. Er verteilt Notenmaterial, das er zuvor selbst überarbeitet hat, setzt sehr viel voraus und probt entscheidende Passagen beinahe besessen.

1985 wurden in Graz erstmals die Harnoncourt gewidmete „Styriarte“ veranstaltet, um ihn wieder regelmäßig in die Stadt seiner Jugend zu holen. Mit Erfolg und einigen Überraschungen: In Graz tritt der vielseitige Weltstar erstmals auch als Regisseur auf – mit Mozarts Idomeneo – und nähert sich sogar dem Jazz an.

Nikolaus Harnoncourt Homepage

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