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Oskar Kokoschka

Geb.: 1. März 1886 in Pöchlarn, Niederösterreich Gest.: 22. Februar 1980 in Montreux, Schweiz „Das Leben ist kein Stillleben.“

Oskar Kokoschka Plakatentwurf © Österreich Werbung /Trumler

„Die drei Jahre mit ihm waren ein Liebeskampf. Niemals zuvor habe ich so viel Krampf, so viel Hölle, so viel Paradies gekostet“, schrieb Alma Mahler-Werfel über Oskar Kokoschka. 1912 hatte der um sieben Jahre jüngere Künstler den Auftrag für ein Portrait der umschwärmten Komponistenwitwe.
Gleich nach der ersten Sitzung schrieb er ihr den ersten von über 400 Liebesbriefen – Auftakt zu einer legendären, zügellosen Liebe. Seinen Ruf als „Oberwildling von Wien“ hatte der unberechenbare, launische und mitunter gewalttätige Sohn eines Handlungsreisenden schon bevor er berühmt wurde.

Sein Zeichenlehrer verschafft ihm ein Stipendium für die Wiener Kunstgewerbeschule und er will zunächst auch selbst Zeichenlehrer werden. Während seines Studiums lebt er von kleinen Aufträgen. Zunächst ist er vom Jugendstil begeistert und arbeitet für die Wiener Werkstätten, wendet sich aber früh von deren Ästhetik ab und sorgt schon als maßgeblicher Wegbereiter des Expressionismus für Aufregung. Sein Stil wird als „Verwesungsmalerei“ beschimpft. Besonders in seinen aufwühlenden Portraits geht es ihm immer weniger um das Äußere einer Person, sondern um die drastische Abbildung ihres Seelenzustandes in einer intensiven, visionären Farbensprache.

Auch seine Beiträge in der expressionistischen Zeitschrift „Sturm“ lassen aufhorchen, mit einem geradezu wüsten Theaterstück löst er einen Tumult im Publikum aus und zwingt die Polizei zum Eingriff.

1914 wird Alma Mahler schwanger, entscheidet sich gegen seinen Willen zum Abbruch und verlässt ihn. Verzweifelt und weil er ohnehin wehrpflichtig ist, meldet sich Kokoschka freiwillig beim Militär und lässt sich von Adolf Loos an ein vornehmes Reiterregiment vermitteln. An der russischen Front wird er durch einen Stich in die Lunge schwer verletzt, kaum genesen folgt eine zweite schwere Verletzung.

In der Zwischenkriegszeit reist er viel und wird ein anerkannter Künstler. 1934 flieht er vor den Nationalsozialisten, die viele seiner Werke als „entartet“ beschlagnahmen. Nach Stationen in Prag und London, wo er seine langjährige Freundin Olga Pavlovská heiratet, lässt er sich in der Schweiz nieder, wo er im Alter von 94 Jahren stirbt.



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