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Otto Wagner

Geb.: 13. Juli 1841 in Wien Gest.: 11. April 1918 in Wien "Es kann daher nicht befremden zu hören, dass in der Baukunst der höchste Ausdruck menschlichen, an das Göttliche streifenden Könnens erblickt wird."

Otto Wagner-Kirche Am Steinhof © Österreich Werbung/Popp-Hackner

Säulchen, Zinnen, Spitzbögen, Obelisken – Ende des 19. Jahrhunderts wurden Europas Städte mit historistischem Zierrat ausgestattet, als hätten Antike, Mittelalter, Renaissance oder die Pharaonenzeit nie aufgehört. Auch Otto Wagner baute jahrzehntelang sehr erfolgreich in diesem populären Stil, bis er sich den Künstlern der Wiener Secession anschloss, die sich vehement gegen den Historismus stemmten und der Kunst neue, freie Wege eröffneten. Wagners Wende verursachte einen Aufschrei im konservativen Wien. Die fortan verwirklichten Entwürfe gehören heute zu Wiens größten Attraktionen. Gebäude wie die Postsparkasse oder die Otto Wagner Kirche am Steinhof sehen viele als wesentlichen Beitrag zur Geburt der modernen Baukunst.

Wagner verwendete neueste Materialien wie Aluminium und Stahlbeton und nutzte die modernste Technik. Tragende und funktionelle Bauelemente erhöhte er zu sichtbaren Teilen der Ästhetik, anstatt sie zu verstecken. Er baute oft nüchtern und funktional, ohne aber mit der Tradition radikal zu brechen.

Otto Koloman Wagner stammte aus einer wohlhabenden Familie, sein Vater starb früh, seine Mutter vergötterte er fast maßlos. Stationen seines Studiums waren das Wiener Polytechnikum, die Königliche Bauakademie in Berlin und die Wiener Akademie der bildenden Künste. Mit 23 Jahren gründete er sein eigenes Büro in Wien, mit dem er wirtschaftlich sehr erfolgreich wurde, auch als Bauherr.

Seine erste, von der Mutter arrangierte Ehe, war wenig inspirierend. Mit seiner Geliebten hatte er derweil zwei Kinder. Seine um 18 Jahre jüngere zweite Frau und Muse verehrte er und sie unterstützte ihn.

Als Professor an der Akademie der Bildenden Künste lehrte er mit Leidenschaft eine radikale Erneuerung der gesamten Baukultur. Er publizierte das revolutionäre Buch „Moderne Architektur“ und arbeitete als Designer. Seine stadtplanerischen Leistungen für die moderne Großstadt waren wegweisend. Wien bekam durch ihn die modernste Verkehrsplanung Europas.

Der nicht eben bescheidene Vordenker gewann viele Preise und Auszeichnungen, doch von seinen mit Besessenheit erarbeiteten Entwürfen blieben sehr viele unrealisiert. Ginge es nach ihm, wäre der ganze Weg vom Karlsplatz bis Schönbrunn eine Prachtallee im Stil seiner berühmten Häuser am Naschmarkt geworden.

Otto Wagner Museum Postsparkasse
Otto Wagner Pavillon am Karlsplatz
Otto Wagner Kirche am Steinhof