Peter Handke wurde mit 23 Jahren durch einen Eklat berühmt. 1966, kurz vor Erscheinen seines ersten Romans „Die Hornissen“, ergriff er auf einer Tagung der Gruppe 47 das Mikrophon und beschimpfte ausgiebig die anderen Autoren, aber auch die Kritiker. Das neue Mitglied warf den älteren Kollegen "Beschreibungsimpotenz" vor, nannte ihre Prosa dumm und läppisch und löste eine literarische Grundsatzdebatte aus. Das führte bald darauf zum Ende der Gruppe.
Einen ähnlichen Ton schlägt er in seinem Sprechstück „Publikumsbeschimpfung“ an, wo er versucht, die Zuhörer aus ihrer Trägheit als Konsumenten von Kultur aufzurütteln. Sein Ruf als Enfant Terrible war gesichert.
Handkes Frühwerk gilt als wesentlicher Beitrag zur sprachexperimentellen Literatur, wendet sich gegen die traditionellen literarischen Formen, gegen die direkte Gesellschaftskritik durch die Literatur und gegen die Erwartungen des Publikums. Später findet er zu eher traditionellen Erzähltechniken und beschäftigt sich intensiv mit dem Werk Adalbert Stifters. Handke schreibt über Selbstfindungsprozesse sowie das Verhältnis zwischen Individuum und Welt. Er reflektiert den Schreibprozess selbst oder kritisiert die Bilderflut durch die Medien.
Und er sorgt weiter für Aufregung. In der Diskussion um die Jugoslawienkriege ergreift er Partei für Serbien, besucht Slobodan Milosevic im Gefängnis von Den Haag und spricht auf dessen Beerdigung. In der Öffentlichkeit übertönt die Aufregung über seine provokanten Äußerungen nicht selten seine sehr interessanten Ansichten.
Nach verschiedenen Stationen im Ausland und einer ausgedehnten Weltreise lebt Peter Handke heute in Chaville bei Paris. Trotz aller Kontroversen gilt er als einer der bedeutendsten Autoren der Gegenwart.
Peter Handke Homepage
Peter Handke-Ausstellung im Stift Griffen

„Meine ganze Seele hängt an dieser Gegend“, so beschrieb Adalbert Stifter einst sein Verhältnis zu seiner Heimat, dem Böhmerwald. Und Stifters Seele lebt noch heute in der Region weiter.
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