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Sigmund Freud

Geb.: 6. Mai 1856 in Freiberg, Tschechien
Gest.: 3. September 1939 in London

"Der Mensch ist nicht Herr seiner selbst."

Das Unbewusste, Verdrängung, Über-Ich, Ödipuskomplex – die Begriffe und Ideen, die Sigmund Freud geprägt hat, sind nicht nur in Psychologie und Medizin bedeutend. Sie sind längst in den allgemeinen Sprachgebrauch eingegangen – bis hin zum „Freudschen Versprecher“.

Freud war einer der einflussreichsten Denker des 20. Jahrhunderts, sein Werk prägt unser Menschenbild, unsere Vorstellung der Realität, es durchdringt die Kunst. Schon zu Lebzeiten wurde und bis heute wird seine Arbeit äußerst kontrovers diskutiert, widerlegt und weiterentwickelt. Vieles davon erscheint inzwischen reichlich demontiert. Und doch: seine Bedeutung für die Psychologie ist bahnbrechend.

Sigismund Schlomo Freud war der Sohn eines jüdischen Wollhändlers. Er war ein brillanter Schüler, maturierte mit Auszeichnung, studierte Medizin und promovierte 1881 „Über das Rückenmark niederer Fischarten“. In der Folge arbeitete er im Laboratorium für Gehirnanatomie des Wiener Allgemeinen Krankenhauses, forschte – auch mit Selbstversuchen – über Kokain und Hypnose und hielt einen heftig umstrittenen Vortrag „Über männliche Hysterie“.

Gemeinsam mit Josef Breuer behandelt er 1896 Bertha Pappenheim, die unter anderem an Zuständen tiefer Traurigkeit, Wahnvorstellungen und Halluzinationen leidet. Indem sie den Ursachen nachgeht und darüber offen spricht, verschwinden die Symptome. Hier spricht Freud erstmals von Psychoanalyse.

Das Arbeitspensum des distanzierten, wenig warmherzigen Forschers ist in den kommenden Jahrzehnten enorm. Bis zu zwölf Stunden täglich arbeitet er mit den Patienten, anschließend schreibt er bis spät in die Nacht. Er raucht etwa 20 Zigarren am Tag und nimmt große Mengen Kokain zu sich. Er publiziert, lehrt und gründet die Internationale Psychoanalytische Vereinigung.

1923 erkrankt er an Rachenkrebs, Teile seines Kiefers und Gaumens müssen entfernt werden. Es folgen über dreißig Operationen, am Ende kann er kaum noch sprechen. Die von den Nazis ausgehende Gefahr verkennt er lange, erst im Sommer 1938 emigriert er nach London. Ein Jahr darauf setzt er mit Hilfe seines Arztes seinem Leben mittels Morphium ein Ende.
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