Geht es nach Thomas Bernhard, so ist Österreich ein katholisch-nationalsozialistisches Land der Spießer, bevölkert von einer stumpfsinnigen Masse und einer erbärmlichen „besseren Gesellschaft“. Die Protagonisten in seiner Prosa – meist geistreiche, tragische Einzelgänger, Ausgegrenzte, Verzweifelte – wettern virtuos gegen die Dumpfheit auf dem Lande, den allgegenwärtigen Antisemitismus. Sie verschmähen in Schimpftiraden beliebte Personen des öffentlichen Lebens und monologisieren wütend gegen alles, was den Österreichern heilig ist. Bernhards Sprache ist verschachtelt und brillant, steigert sich in rhythmischen, variantenreichen Wiederholungen in groteske Überspitzungen.
Heftig ist die Empörung, die ihm entgegenschlägt, ob seitens der Politik, des Kunstbetriebs, des Boulevards oder der Bevölkerung. Prominente und persönliche Bekannte fühlen sich erkannt und beleidigt, man fordert sogar die Ausbürgerung des „Nestbeschmutzers“. „Ich glaube, ich habe in meinen Büchern noch nie etwas erfunden“, sagt Bernhard einmal, „verändert – ja, erfunden – nein“.
Niclaas Thomas Bernhard ist das uneheliche Kind einer Dienstbotin, seinen Vater lernt er nie kennen. Zeitweise erlebt er bei seinen Großeltern eine glückliche Kindheit. Als seine Mutter nicht mit ihm zurecht kommt, wird er ein nationalsozialistisches Heim für schwer erziehbare Kinder gebracht, wo er traumatische Erfahrungen macht. Weitere Heimaufenthalte folgen. Mit 16 verlässt er das Gymnasium (er nennt die Schule später „Geistesvernichtungsanstalt“) und macht eine kaufmännische Lehre. Sein Grossvater, der Schriftsteller Johannes Freumbichler, setzt sich stets für Bernhards künstlerische Ausbildung ein.
Anfang 1949 überlebt Thomas Bernhard nur knapp eine schwere Lungenzündung, während im selben Krankenhaus sein Großvater aufgrund einer Fehldiagnose stirbt.
Nach einer Zeit als Journalist und Kritiker studiert er am Mozarteum in Salzburg Gesang, Dramaturgie und Schauspielkunst. Bald danach hat er erste Erfolge als Poet und streitfreudiger Schriftsteller, zuletzt gilt er als einer der erfolgs- und einflussreichsten Theaterautoren seiner Zeit.
Einen letzten Skandal löst sein Testament aus: darin verbietet er jede Aufführung und Veröffentlichung seiner Werke in Österreich, was aber inzwischen nicht mehr befolgt wird.

„Meine ganze Seele hängt an dieser Gegend“, so beschrieb Adalbert Stifter einst sein Verhältnis zu seiner Heimat, dem Böhmerwald. Und Stifters Seele lebt noch heute in der Region weiter.
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