Navigation Inhalt Wählen Sie Ihr Thema:
 
 

Thomas Bernhard

Geb.: 9. Februar 1931 in Heerlen, Niederlande
Gest.: 12. Februar 1989 in Gmunden

„Der Staat ist ein Gebilde, das fortwährend zum Scheitern, das Volk ein solches, das ununterbrochen zur Infamie und zu Geistesschwäche verurteilt ist.“

Geht es nach Thomas Bernhard, so ist Österreich ein katholisch-nationalsozialistisches Land der Spießer, bevölkert von einer stumpfsinnigen Masse und einer erbärmlichen „besseren Gesellschaft“. Die Protagonisten in seiner Prosa – meist geistreiche, tragische Einzelgänger, Ausgegrenzte, Verzweifelte – wettern virtuos gegen die Dumpfheit auf dem Lande, den allgegenwärtigen Antisemitismus. Sie verschmähen in Schimpftiraden beliebte Personen des öffentlichen Lebens und monologisieren wütend gegen alles, was den Österreichern heilig ist. Bernhards Sprache ist verschachtelt und brillant, steigert sich in rhythmischen, variantenreichen Wiederholungen in groteske Überspitzungen.

Heftig ist die Empörung, die ihm entgegenschlägt, ob seitens der Politik, des Kunstbetriebs, des Boulevards oder der Bevölkerung. Prominente und persönliche Bekannte fühlen sich erkannt und beleidigt, man fordert sogar die Ausbürgerung des „Nestbeschmutzers“. „Ich glaube, ich habe in meinen Büchern noch nie etwas erfunden“, sagt Bernhard einmal, „verändert – ja, erfunden – nein“.

Niclaas Thomas Bernhard ist das uneheliche Kind einer Dienstbotin, seinen Vater lernt er nie kennen. Zeitweise erlebt er bei seinen Großeltern eine glückliche Kindheit. Als seine Mutter nicht mit ihm zurecht kommt, wird er ein nationalsozialistisches Heim für schwer erziehbare Kinder gebracht, wo er traumatische Erfahrungen macht. Weitere Heimaufenthalte folgen. Mit 16 verlässt er das Gymnasium (er nennt die Schule später „Geistesvernichtungsanstalt“) und macht eine kaufmännische Lehre. Sein Grossvater, der Schriftsteller Johannes Freumbichler, setzt sich stets für Bernhards künstlerische Ausbildung ein.

Anfang 1949 überlebt Thomas Bernhard nur knapp eine schwere Lungenzündung, während im selben Krankenhaus sein Großvater aufgrund einer Fehldiagnose stirbt.

Nach einer Zeit als Journalist und Kritiker studiert er am Mozarteum in Salzburg Gesang, Dramaturgie und Schauspielkunst. Bald danach hat er erste Erfolge als Poet und streitfreudiger Schriftsteller, zuletzt gilt er als einer der erfolgs- und einflussreichsten Theaterautoren seiner Zeit.

Einen letzten Skandal löst sein Testament aus: darin verbietet er jede Aufführung und Veröffentlichung seiner Werke in Österreich, was aber inzwischen nicht mehr befolgt wird.


Internationale Thomas-Bernhard-Gesellschaft
Drucken Empfehlen merkengemerkt
Wenn Sie diese Felder durch einen Klick aktivieren, werden Informationen an Facebook, Google oder Pinterest in die USA übertragen und unter Umständen auch dort gespeichert. Einstellungen
Dauerhaft aktivieren und Datenübertragung zustimmen
Wenn Sie diese Felder durch einen Klick aktivieren, werden Informationen an Facebook, Google oder Pinterest in die USA übertragen und unter Umständen auch dort gespeichert.
 

Verwandte Artikel

 

Wählen Sie Ihr Thema:

 
schließen
 
 

Thomas Bernhard Haus

 
Obernathal 2
4964 Ohlsdorf

Geöffnet von April bis Oktober
jeweils Samstag, Sonntag und Feiertage
14 bis 18 Uhr
oder nach Vereinbarung
Tel. +43-7612-470 13
Homepage Thomas Bernhard Haus
 
 

Service und Kontakt

 
Urlaubsservice der Österreich Werbung

Unsere Österreich-Experten beraten Sie gerne individuell und kostenlos:

Tel.: 00800 400 200 00
(gebührenfrei aus Deutschland, der Schweiz und Österreich)
E-Mail: urlaub@austria.info

Prospektbestellung
Prospektdownload
Tripadvisor: Österreich Forum
 
 

iPhone App: Österreich Reiseführer

 
Hier die neue tripwolf iPhone Applikation inkl. Premium Österreich-Reiseführer gratis.
 
 

Newsletter abonnieren

 
newsletter

Jetzt Newsletter abonnieren und
kein Angebot mehr verpassen!
 
 

Urlaubsservice

Newsletter

  • Holen Sie sich kostenlos aktuelle Urlaubstipps, Angebote und Gewinnspiele aus erster Hand.

  • Newsletter abonnieren