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Bleiberger Knappenkultur

Glück auf! Dieser Bergmannsgruß erklang in Bad Bleiberg bis zur Schließung des Bergwerks im Jahr 1993. Die Tradition der Bleiberger Knappen hat sich jedoch bis heute erhalten.

Stollen © Bad Bleiberg
Weil der Preis für Zink und Blei am Weltmarkt zu stark fiel, wurde das Bergwerk im Bleiberger Tal 1993 geschlossen. Die einzige Antwort darauf war, wieder in den Berg zu gehen: 800 kleine, handgemeißelte Schrämstollen und ein Schaubergwerk zeugen heute von 800 Jahren Bergwerksgeschichte. Insgesamt ist das Stollensystem 1.300 Kilometer lang und 850 Meter tief. Von 16 Läufen (so heißen die Stockwerke des Bergwerks) sind fünf noch zu begehen.

Wer als Gast in die Stollen einfährt, den erwartet bergmännische Arbeits- und Lebenskultur. So liegt in der Perscha-Zeche das Festspielhaus der Gemeinde, in der die Bergkapelle und der Knappen-Chor mit ihren schwarzen Jacken und Mützen auftreten. Terra Mystica, ein geführter Rundgang, stellt in einer spannenden unterirdischen Licht- und Toninszenierung den Ursprung der Erde und des Erzes vor und zeichnet den Weg von der Alchemie bis zur modernen Montanistik nach. Terra Montana, ein weiterer Rundgang, führt noch tiefer in die geheimnisvollen Stollen und beschreibt die Entwicklung des Bergbaus von Schlägel und Eisen bis zu Maschine und Motorisierung. Über die mit 69 Metern längste Bergmannsrutsche Europas saust man hinab – Alternativen sind Stiegen oder Lift. Und über einen in Österreich einzigartigen Schachtaufzug oder per Grubenhunt gelangt man wieder nach oben. Bleibend ist der Eindruck der außergewöhnlichen Ästhetik der Stollen.

Im Bergbau-Museum ist die älteste Knappenfahne der Welt ausgestellt, ein Geschenk von Prinz Eugen von Savoyen an die Knappen für ihre Tapferkeit bei der Belagerung der Stadt Belgrad 1717. Im Bleiberger Knappenspiel stellen die Bergmänner zu besonderen Anlässen diese Begebenheit nach. Beim Bergmandl-Fest gibt es Wettbewerbe in bergmännischen Disziplinen wie Steinbohren oder Schachtkübel-Ziehen.