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Tiroler Krippenkultur

Weihnachtskrippen veranschaulichen das Ereignis von Christi Geburt: Maria, Josef und das neugeborene Kind im Stall, die Hirten, Ochs und Esel, der Komet und die Ankunft der Hl. Drei Könige werden in Tirol ausdrucksstark – und raumgreifend – inszeniert.

Walter Bacher Krippe © Tiroler Landesmuseum
Foto: Tiroler Landesmuseum
Im Mittelalter waren es Klosterfrauen, die zum Weihnachtsfest andächtig Wiegen schaukelten. Franz von Assisi stellte in einer Felsgrotte mit seinen Brüdern und Schwestern die berührende Szene von Bethlehem nach. Im 17. Jahrhundert hielten diese Schaubilder samt Kulisse Einzug in die Räume der Kirchen. Besonders die Jesuiten setzten beim Krippenbau alle möglichen Techniken der Illusionskunst, des Lichts und der Tiefenräumlichkeit ein.

In Innsbruck taten es ihnen die Franziskaner gleich und diese anschaulich-besinnliche Idee verbreitete sich bald im ganzen Land. Die Krippe wurde – lange vor dem Christbaum – zum Weihnachtsschmuck der privaten Häuser und behauptet ihren Platz bis heute.

Grund für die Popularität der Krippen in Tirol ist die Liebe der Tiroler zu heiligem Schauspiel und expressivem Ausdruck. Ihre hohe Kunstfertigkeit beim feinen Bearbeiten von Holz tut ein Übriges: Die Krippen mit Stall und Weide werden in Handarbeit gemacht und die Figuren aus Holz geschnitzt. So gewinnen sie Charakter und überzeugende Lebenskraft.

Die zentrale Szene der Geburt Christi wurde oftmals an die eigenen Lebenswelten angepasst und so tummelten sich in den Tiroler Krippen auch Figuren in Trachten vor Tiroler Häusern zwischen den biblischen Gestalten. Heute ist das alpine Leben in den Krippen zurückgetreten und es herrscht Wirklichkeitstreue im orientalischen Stil vor. Doch noch immer gibt es genug zu erzählen, um phantasievolle Krippenlandschaften zu bauen, die ganze Zimmer füllen - zur Freude der Verwandten, Nachbarn und aller Neugierigen, die kommen, um die Krippe zu bestaunen.

Für jeden zugänglich ist das Krippenmuseum: Man erfährt vom Brauch der Fasten- und Ganzjahreskrippen. Dazu erhält man überraschende Einblicke in den Krippenbau und das Handwerk des Schnitzens. Zu bewundern sind die Werke alter Meister, die Guckloch-Krippen halten das Heilige geheim und eine neue Erfahrung bietet eine begehbare Krippe. Bei manchem Schnitzer kann man in der Werkstatt  am Entstehen einer Krippe teilhaben oder die Schnitzeisen in einem Kurs selbst führen lernen.

LINKTIPPS:

Tiroler Krippenmuseum Fulpmes/Stubai
Krippenshop
Verband der Krippenfreunde

Tiroler Krippenschnitzer und Schnitzkurse
Holzbildhauer Johann Planer
Schnitzschule Geisler-Moroder
Holzschnitzerei Lorenz
Krippenbauverein Fieberbrunn
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