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Moderne Konzertsäle

Überall in Österreich beeindrucken moderne Konzertsäle und Open-Air-Bühnen mit spannender Architektur.
 

Autorin: Michaela Schwarz


Nie zuvor war es für Konzertliebhaber so schwer, sich zu entscheiden: Überall in Österreich beeindrucken moderne Konzertsäle und Open-Air-Bühnen mit spannender Architektur, perfekter Akustik und einzigartigem Ambiente.

Die Bundeshymne spricht vom Land der Berge, die Kulturwelt vom Land der Musik – so gesehen ist es kein Wunder, dass Österreich auch den höchstgelegenen Konzertsaal der Alpen vorzuweisen hat. Doch steht man erst einmal vor dem „arlberg1800“ genannten, weil auf ebenso viel Metern Seehöhe gelegenen Gebäude, ist man dennoch überwältigt:
Wie eine Welle breitet sich die moderne Halle für Gegenwartskunst und Konzerte über den Platz aus, und das mitten im Wintersportort St.Christoph, umgeben von traditionellen Tiroler Häusern. Die Form des Baus soll ganz bewusst an Schallwellen erinnern – eine Idee, die sich im Inneren der Kunsthalle fortsetzt: Geschwungene Formen und Rundungen schmeicheln dem Auge. Herzstück des Baus, der sich zu zwei Dritteln unter der Erde erstreckt, ist der Musiksaal: Der mit edlem Holz ausgekleidete, minimalistisch gestaltete Raum ist acht Meter hoch, wird von geschwungenen Seitenwänden dominiert und bietet dank ausgeklügelter Planung ein perfektes Klangerlebnis. Klassische wie zeitgenössische Werke, aber auch themenbezogene Festivals und Jazz, Weltmusik und Klanginstallationen finden hier eine beeindruckende Kulisse.

Superlative, Teil zwei.
Vom höchstgelegenen Konzertsaal der Alpen zum größten Orchestergraben der Welt sind es gerade einmal zwei Autostunden – denn Letzterer befindet sich im Festspielhaus der Tiroler Festspiele Erl. Das ist längst nicht der einzige Grund, um sich dieses spektakuläre Bauwerk einmal genauer anzusehen oder – noch besser – auf einem der 862 Sitzplätze des Konzertsaales Platz zu nehmen. 2012 als Ergänzung zum traditionellen Passionsspielhaus erbaut, lässt der Bau nicht nur Musik-, sondern auch Architekturliebhaber nach Erl strömen: Obwohl von spitzkantiger Kristallform, schmiegt sich das Gebäude auf wundersame Weise sanft in den dahinterliegenden Hügel. „Mit voller Kraft voraus“ lautet das Motto der diesjährigen Sommerfestspiele – dementsprechend kraftvoll liest sich das breit gefächerte Programm: Gleich neun Opern, darunter „Der Ring der Nibelungen“ und Rossinis „Guglielmo Tell“, sechs Konzerte und zehn Kammermusik-Abende werden das Publikum in ihren Bann ziehen.

Eine Bühne als Badeinsel
Von ganz anderem Reiz, vor allem an heißen Sommertagen und -abenden, sind die vielen Seebühnen Österreichs – zumal einige davon architektonische Kunstwerke sind.
Die  Seebühne Lunz beispielsweise ist ein echter Verwandlungskünstler: Tagsüber, wenn der kühle Lunzer See zum Baden einlädt, bleibt das Bühnendach geschlossen – die Bühne selbst wird so zur Schwimminsel und Sonnenterrasse, der Steg zum Sprungturm in den See. Steht ein Konzert auf dem Programm, wird das Dach geöffnet und bietet so der Tribüne am Seeufer Regenschutz. So klein und fein der Veranstaltungsort ist, so progressiv ist übrigens das Kulturgeschehen: Im Fokus des Festivals „wellenklaenge“ stehen internationale Künstler, die grenzüberschreitend neue Wege gehen und gerne den Dialog mit anderen Genres und dem Publikum suchen.

Bühne ist überall

  • Wolkenturm Grafenegg © Österreich Werbung/Werner Kmetitsch Wolkenturm Grafenegg © Österreich Werbung/Werner Kmetitsch
  • Montforthaus Feldkirch © Petra Rainer Montforthaus Feldkirch © Petra Rainer
  • Montforthaus Feldkirch © Petra Rainer Montforthaus Feldkirch © Petra Rainer
  • Montforthaus Feldkirch, Großer Saal © David Mattiesen Montforthaus Feldkirch, Großer Saal © David Mattiesen
  • Tiroler Festspiele Erl © Peter Kitzbichler Tiroler Festspiele Erl © Peter Kitzbichler
  • arlberg1800, Konzertsaal © Elias Hassos arlberg1800, Konzertsaal © Elias Hassos
  • arlberg1800, Konzertsaal © Elias Hassos arlberg1800, Konzertsaal © Elias Hassos
  • Wellenklänge © Wellenkänge/Herbert Moebius Wellenklänge © Wellenkänge/Herbert Moebius
  • Alban Berg Saal © Carinthischer Sommer Alban Berg Saal © Carinthischer Sommer
Der Reiz der Kontraste
Nicht direkt am Ufer, aber in unmittelbarer Nähe des Ossiacher Sees befindet sich der moderne „Alban Berg Konzertsaal“ der Carinthian Music Academy – ein spannender Kontrast zum historischen Barockstift Ossiach gleich daneben. Die semitransparente Konstruktion zieht die Blicke auf sich, doch der größte Teil des Konzertsaales liegt unter der Erde: Holzschindeln von Fichten aus der Region verkleiden Wände und Decke und sorgen für ein angenehmes Ambiente – wovon sich im Sommer 2016 unter anderem das
British Youth Orchestra, die Grazer Kammerphilharmonie und natürlich Konzertgäste aus aller Welt überzeugen können.

Auf Wolke Nummer sieben
Besonders imposant ist die Erscheinung des Wolkenturms in Grafenegg: Gut 15 Meter, bis in die Kronen der mächtigen Baumriesen ringsum schwingt sich die Konstruktion aus Beton, Stahl und Glas empor. Wie ein moderner Kontrapunkt zum Märchenschloss Grafenegg am anderen Ende des Schlossparks wirkt der wagemutige Bau, der harmonisch in eine Senke des Parks gesetzt wurde und dank seiner raffiniert konstruierten Schallmuschel als eine der akustisch besten Open-Air-Bühnen der Welt gilt. Bei der diesjährigen Sommernachtsgala im Juni feiert der Wolkenturm sein zehnjähriges Bestehen mit einer fulminanten musikalischen Mischung aus Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Bis zum 13. August präsentieren das Tonkünstler-Orchester Niederösterreich, das Orchester in Residence, und weitere Spitzenensembles mit exzellenten Solisten jeden Samstag musikalische Ausflüge auf höchstem Niveau.

Innovation aus Tradition
Zum Schluss geht’s noch einmal zurück in den Westen – in jenes Bundesland, das fast schon traditionellerweise innovative Architektur hervorbringt. In Feldkirch in Vorarlberg sorgt seit Herbst 2015 das neue Montforthaus für Furore: Wie ein rund geschliffener Flusskiesel fügt sich das moderne Gebäude passgenau in die historische Altstadt ein. Ein weiterer architektonischer Clou: Der Saal wurde so aus der Achse gedreht, dass auf allen drei Seiten eine Eingangsfront entstand. Die geschwungene weiße Fassade ist in der Mitte über die gesamte Front geteilt und gibt so einen Blick ins Innere frei. Und das weiß schon im Foyer zu beeindrucken: Der riesige Luftraum wird von den weißen Stiegenläufen und Galerien umschmeichelt, man fühlt sich ein wenig an das New Yorker Guggenheim-Museum erinnert.
Und das Programm? Ist ebenso kreativ wie das Ambiente, in dem es stattfindet. So gehen die „Montforter Zwischentöne“ in drei Veranstaltungszyklen pro Jahr eine neue Form des Dialogs von Musik und Publikum ein. Den Anfang macht ab 20. Juni der Zyklus „innehalten – Pause, Muße, Auszeit“, der mit einer österreichischen Erstaufführung der Musik des zeitgenössischen Komponisten Toshio Hosokawa in Resonanz auf Antonio Vivaldi auftrumpft. Innehalten lässt es sich aber auch herrlich auf der Dachterrasse des Gebäudes. Von hier aus hat man einen schönen Blick auf die umliegende Altstadt – und sieht noch deutlicher, wie perfekt sich das moderne Gebäude mitsamt seiner starken Persönlichkeit in das geschichtsträchtige Umfeld einfügt. Moderne Architektur in Österreich hat eben sogar dann Ecken und Kanten, wenn sie von geschwungenen Formen geprägt ist.

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