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Natur zum Greifen nah

Spuren lesen und geduldig sein lernt man bei geführten Wanderungen und Pirschgängen durch österreichische Wald- und Wildgebiete.

Reiher im Nationalpark Neusiedlersee
Beobachtung von Insekten
Die Natur zum Greifen nah hat man auch im Nationalpark Hohe Tauern. Das ganze Jahr über führen Nationalparkbetreuer mitten hinein ins Abenteuer Natur. Winters geht's mit Schneeschuhen auf die Pirsch, was besonders reizvoll ist. Im Schnee zeichnen sich die Abdrücke der Tierspuren besser ab und bald schon wird man selbst zum fachkundigen Tierspurenleser. Was auf solchen Ausflügen immer mit dabei sein sollte, ist ein gutes Fernglas. Damit kommen selbst Insekten groß raus: Im Naturpark Pillermoor im Tiroler Oberinntal machen Naturexperten ihre Gästegruppen unter anderem auf Jagdspinnen, Laubfrösche, Libellen und fleischfressende Pflanzen aufmerksam, in Gebirgsbächen wird nach Larven von Eintags-, Stein- und Köcherfliegen gesucht und weil nichts lebendiger ist als tote Bäume, dienen solche zum Aufspüren von Borkenkäfern und anderem Kleingetier sowie zur genauen Untersuchung von Flechten.

Vogelbeobachtungen
Beste Beobachtungsmöglichkeiten bieten auch die Hochstände und Aussichtsplattformen des Nationalparks Neusiedler See - Seewinkel. Höhepunkte des dortigen Jahresverlaufs sind Beobachtungen der herbstlichen Vogelzüge, der verschiedenen Gänsearten und ihrer Gewohnheiten sowie die große Gänsezählung Ende November. Weitere geführte Exkursionen befassen sich mit den Lebensräumen, Nahrungsgewohnheiten und Überlebensstrategien verschiedener Kleinsäugetiere im Seewinkel, wie Ziesel und Feldhamster, und mit der faszinierenden Welt der Fledermäuse.

Vogelkundler freuen sich im Seewinkel nicht nur über Amsel, Drossel, Fink und Star, sondern auch über seltene Exemplare wie Kiebitzregenpfeifer, Sanderling, Zwergstrandläufer, Sichelstrandläufer, Alpenstrandläufer, den dunklen Wasserläufer und noch viele mehr. Und jene, die sich in den Kärntner Nockbergen auf eine "Birding Tour" begeben, lernen vor allem Auer- und Birkhähne, Alpenschneehühner sowie verschiedene Greifvögel, wie Bartgeier und Steinadler, näher kennen. Im Nationalpark Donau-Auen sind vor allem die geführten Winterwanderungen zum Thema "Überlebensstrategien der Wildtiere" interessant. Kältestarre im Gewässerboden, ein besonders dicker Pelz oder ein wasserdichtes Gefieder sind nur einige der Tricks, mit denen Mutter Natur ihre Schützlinge durch den Winter bringt.

Man muss kein schräger Vogel sein, um am Beobachten der Natur oder von Wildtieren Freude zu haben. Es ist etwas ganz anderes, ob man Tiere in einem Zoo besucht oder in freier Wildbahn aufspürt. Ausflüge zur Naturbeobachtung sind spannend, erfrischend, gesund und tragen zum besseren Verständnis der natürlichen Kreisläufe bei.

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