Der Wiener Naschmarkt

Es ist kein Zufall, dass es immer heißt, in Wien beginne der Balkan. Wenn man über den Wiener Naschmarkt und - an einem Samstag - über den daran anschließenden Flohmarkt schlendert, spürt man ganz deutlich, warum.

Naschmarkt in Wien © Wien Tourismus
Foto: Wien Tourismus
Köstlichkeiten aus aller Herren Länder
Delikatessen aus Persien erfreuen alle Sinne: getrocknete Sternfrüchte, Baby-Kiwis, Berberitzen, Nüsse, Feigen, arabische Schokolade. Herr Reza vom "Kaspien-Markt" lässt seine Kunden gerne davon kosten. Der ehemalige Architekt plaudert gern und erzählt vom Lieblingsessen des letzten Schahs von Persien, der sich jede Woche einmal Berberitzenreis zubereiten ließ. Das Rezept in englischer Sprache gibt es auf Anfrage!

Ahmad Maan, Sohn eines Heilkundigen aus Bagdad, führt seine Familientradition hier am Naschmarkt weiter und bietet Gewürze, Tees und Öle in seinem "Kräuterhaus" an. Ob Kardamomsamen, Boxhornklee, Galgantwurzel, Mistelkraut oder das "marokkanische Gold", das Arganöl - alles entfaltet seine spezifische Wirkung auf den Körper. Auf Wunsch fertigt der stets fröhliche Iraker für die diversen Kalamitäten eigene Heilmittelmischungen an. Tipp: Die Gedächtnisleistung fördert arabischer Weihrauch!

Innovative Produkte
Das Wiener Traditionsunternehmen Gegenbauer, gegründet 1929, flankiert mit gleich zwei attraktiven Ständen die Naschmarktgasse. Zur Linken duftet es nach feinem Essig - der Enkel des Gründers hat in leidenschaftlicher Forschungsarbeit innovative Essigprodukte entwickelt, deren Einzigartigkeit sich vor dem Kauf auch probieren lässt: Vogelbeeressig, Quittenessig, Marillenessig in Glasballons gereift. In manchen Gourmet-Restaurants dienen Gegenbauer-Essige nicht nur der Speisenverfeinerung, sondern werden sogar als antialkoholischer Digestif gereicht. Der Grund: Die 60 aromatisch-delikaten Sorten edelsauren Trinkessigs wirken basisch bzw. entsäuernd!

Gegenbauers Kaffee- und Kornmühlen befinden sich vis-a-vis. Eine Kaffeesorte wird hier auf dreierlei Arten geröstet: als "Morning", "Naschmarkt" und "Evening". Doch auch Kornsorten lassen sich bei niedriger Temperatur rösten und entwickeln dabei exquisiten Geschmack. Gegenbauer lässt hierfür von Biobauern alte Sorten wie Emmer, das luteinhältige Einkorn, Bergweizen, Nackthafer und Nacktgerste anbauen. Als innovatives und gesundes Produkt hat das Röstgetreide bereits viele Küchen erobert!

Bauernmarkt

Jeden Samstag findet außerdem ein Bauernmarkt mit frischen "Schmankerln" aus dem näheren Umland statt. Weil Einkaufen hungrig macht und die tagesfrische Qualität der Produkte sich geradezu anbietet, sie in kulinarische Köstlichkeiten zu verwandeln, wurde aus einer der beiden Verkaufsstraßen mittlerweile eine Restaurant-Zeile. Dabei steht das gastronomische Angebot in seiner Vielfalt den Viktualienständen aber in nichts nach.

Mini-Restaurants
In einer zweiten Zeile bietet der Naschmarkt eine große Vielfalt an Gastronomie für jeden Geschmack: vom edlen Fischrestaurant über Sushi und asiatische Küche, klassische Wiener Küche, italienische Grillspezialitäten, Pasta, Palatschinken oder griechische Spezialitäten bis hin zur multikulturell geprägten Küche, die sich ihre Inspirationen aus allen Köstlichkeiten des Naschmarkts holt. Und weil hier wirklich alle gut kochen, sind die winzigen Lokale mittags meist brechend voll. Im Sommer platzen die Mini-Restaurants auch abends aus allen Nähten, da die Gastronomie - im Gegensatz zu den Marktständen - neuerdings bis 24 Uhr geöffnet hat.

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Naschmarkt in Wien

 
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Stände im Naschmarkt

 

Ayurveda Coast: 600
Biowelt: 326-330, 364-373
Casonova's Antipasti: 551
Dr. Falafel: 515, 544, 545
Gasthaus "Zur eisernen Zeit": 316
Gegenbauer Essigbrauerei: 111-114
Gegenbauer Rösterei: 56
Gemüse Edith Jarosch: 28
Gurken Leo: 248
Käsehütte: 509
Kaspien-Markt - Reza Odabai: 241
Kräuterhaus - Ahmad Maan: 24-27
Palatschinkenkuchl: 131-138

 
 

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