Im Dienste der Familie Esterházy
1766 ein Karrieresprung: Joseph Haydn tritt für lange Jahre als Kapellmeister und Komponist in die Dienste der reichen Familie Esterházy in Eisenstadt.
Fürst Nikolaus I. Esterházy (1714-1790) trat am 17. Mai 1762 das Erbe seines Bruders Paul Anton an. Er wurde Haydns Gönner und Dienstherr für beinahe 30 Jahre. Der Beiname "Der Prachtliebende" weist darauf hin, dass er gerne Geld für große Feste und besondere Feierlichkeiten bereit stellte - der Dichter Johann Wolfgang Goethe schrieb in seiner Autobiographie vom "Esterházyschen Feenreich".
In vielerlei Hinsicht war Nikolaus I. ein vorbildlicher Mäzen, und der aus einfachen Verhältnissen stammende Haydn wurde nach dem Güterregent und dem Leibarzt der drittbest bezahlte "Hausoffizier" des Fürsten Esterházy. Diese finanzielle Rangordnung zeigt die bedeutende Stellung, die Haydn einnahm und das hohe Ansehen, das Haydn genoß: "Mein Fürst war mit allen meinen Arbeiten zufrieden, ich erhielt Beyfall (...) ich war von der Welt abgesondert (...) und so mußte ich original werden."
Haydns neuer Dienstherr ab dem Jahr 1761 war Fürst Paul Anton II. Esterházy (1711-1762) in Eisenstadt, der wie seine Vorfahren musikliebend war. Die Familie Esterházy war eine der reichsten und mächtigsten der österreichisch-ungarischen Monarchie. Ab 1768 ist er auch im Sommerschloss Esterháza in Fertöd (Ungarn) tätig.
Er besucht oft Wien, trifft hier u.a. Mozart in dessen Wohnung (z.B. 1785), dem heutigen Mozarthaus Vienna, und tritt in die gleiche Freimaurerloge wie Mozart ein („Zur wahren Eintracht“).