Wien: Haydn für Spezialisten

An vielen weiteren Ecken und Gassen findet der aufmerksame Wien-Besucher Spuren von Haydn: vom Palais Esterházy bis zum Relief am Denkmal der Kaiserin Maria Theresia.

 © Wien Tourismus

Palais Esterházy
Als Vizekapellmeister von Paul Anton Fürst Esterházy (ab 1. Mai 1761) führte Haydn in diesem Palais u. a. die Symphonien Nr. 6, Nr. 7 und Nr. 8 auf. Auch illustre Gäste gingen hier ein und aus: Aufsehen erregte etwa im September 1800 der Besuch des englischen Admirals Horatio Nelson, der mit seiner Geliebten Emma und deren Mann, Sir William Hamilton, das Palais besuchte. Die Dreiecksbeziehung gab zu vielen Spekulationen Anlass.

Akademie der Wissenschaften
Am 27. März 1808 wurde in der Aula der 76. Geburtstag von Joseph Haydn gefeiert. Alles, was Rang und Namen hatte, war anwesend. Auch Haydns ehemaliger Schüler Beethoven. Geschmückt mit allen Orden und Auszeichnungen wurde der greise Musiker unter dem Jubel der Anwesenden auf einem Tragsessel hereingebracht, um der Aufführung seines Oratoriums „Die Schöpfung“ beizuwohnen. Dies sollte des Meisters letzter Auftritt sein.

Kirche der Barmherzigen Brüder
Eine Gedenktafel weist darauf hin, dass Haydn 1755 bis 1758 als Organist dieser Kirche wirkte. Er war für jährlich 60 Gulden angestellt – ein für Haydn bedeutendes Einkommen in diesen mageren Jahren.

Gumpendorfer Kirche
Zu sehen ist eine Tafel mit einem Bronzerelief, geschaffen von dem Bildhauer Robert Ullmann zum Gedenken an die Einsegnung des Leichnams von Joseph Haydn am 1. Juni 1809.

Maria-Theresien-Denkmal
Auf dem 1888 von Kaspar Zumbusch gestalteten Denkmal von Kaiserin Maria Theresia zwischen dem Kunsthistorischen und dem Naturhistorischen Museum in Wien sind nicht nur deren Ratgeber und Feldmarschalle und ihr Leibarzt Gerhard van Swieten dargestellt, sondern auch die Komponisten Gluck und Haydn sowie Mozart als Kind mit der Gloriette im Hintergrund.
1010 Wien, Burgring, Maria-Theresien-Platz

Haydnpark
Haydns Originalgrabstein ist erhalten – mit dieser (aus dem Lateinischen übersetzten) Inschrift: „Haydn, geboren 1732, gestorben 1809. Fünfstimmiger Rätselkanon. Nicht ganz werde ich sterben. Gewidmet von seinem Schüler Neukomm, nach Wien zurückgekehrt, 1814.“ Eine Gedenktafel weist darauf hin, dass Haydns Gebeine am 6. November 1820 in die Eisenstädter Bergkirche überführt wurden. Haydns Schädel war nur wenige Tage nach seinem Tod gestohlen worden und fand erst 1954 nach langen Irrwegen seine letzte Ruhestätte – ebenfalls in der Bergkirche. Haydn-Fans werden die anderen Haydn-Stätten einem Besuch der Grabstätte vorziehen, da die Umgebung hier verkehrsbedingt unruhig ist.
1012 Wien, Gaudenzdorfer Gürtel (ehem. Hundsturmer Friedhof 1783–1874)


Ehemalige Wohnhäuser Haydns im 1. Bezirk

Neuer Markt 2
Im ehemaligen Hoföbstlerischen Haus wohnte Haydn von 1792 bis 1797. Hier entstand die Hymne „Gott erhalte“. Heute weist eine Gedenktafel darauf hin, dass an dieser Stelle Haydns wohl bekannteste Melodie entstand.

Seilerstätte 21
In dieses Haus übersiedelte Haydn nach seiner Tätigkeit für die Familie Esterházy in Eisenstadt bzw. Ungarn. Die Esterházysche Kapelle wurde nach dem Tod von Fürst Nikolaus aufgelöst. Haydn blieb bis zu seinem Lebensende Angestellter der Fürsten Esterházy, war jedoch in seinem Schaffen nicht eingeschränkt. Am 14. Dezember 1790 traf Haydn hier seinen jüngeren Künstlerkollegen Wolfgang Amadeus Mozart.

Johannesgasse 18
In der Johannesgasse lag die Wohnung Haydns nach seiner Rückkehr aus England (1792), wo ein Treffen mit dem 22-jährigen Ludwig van Beethoven stattfand – dem berühmtesten seiner Schüler.


Weitere Informationen zu den Schauplätzen und Denkmälern Haydns in Wien finden Sie unter www.wien.info

 
 

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