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Das Wiener Becken

Auch Österreichs bevölkerungs-, industrie- und verkehrsreichste Region bietet reizvolle Sehenswürdigkeiten und Freizeitmöglichkeiten direkt vor den Toren der Metropole Wien.

Gumpoldskirchen / Wiener Becken
Foto: Wiener Becken
Das Wiener Becken
Das Wiener Becken erstreckt sich südlich der Donau bis an den Wienerwald im Westen, den Semmering und die Bucklige Welt im Süden sowie bis ans Rosalien- und Leithagebirge im Südosten bzw. Osten. Gegliedert ist es in vier Kleinlandschaften, von denen die interessanteste wohl die sogenannte Thermenlinie von Bad Fischau bis nach Wien-Oberlaa ist. Hier steigen warme Quellen hoch, die in Thermalbädern vielfach genutzt werden. Vor allem ist diese Landschaft als Niederösterreichs südlichstes Weinbaugebiet bekannt. Im milden pannonischen Klima gedeihen vor allem großartige Weißweine wie der Zierfandler und der Rotgipfler.

Hauptort der Region ist Baden, die bekannte Kurstadt mit einem Mineralschwimmbad aus der Biedermeierzeit (Römertherme), einem Art Deco-Thermalstrandbad samt ausgedehntem Meeressandstrand, dem Casino, einer Pferderennbahn sowie einer Golf-Arena.

Schloss-Romantik und kaiserliche Vergangenheit
Das nahe Mödling, mit seinem weithin bekannten Stadttheater und sommerlichen Komödienspielen, liegt inmitten malerisch zerklüfteter Felsen. In Laxenburg verführen das Schloss sowie der weitläufige Schlosspark mit seinem großen Teich (Bootfahren) und der romantischen Franzensburg zum Träumen. Besuchenswert sind auch die Heurigenorte Gumpoldskirchen und Perchtoldsdorf (Sommerspiele), Bad Fischau / Brunn (Thermalbad) sowie den Thermalkurort Bad Vöslau. Hier kann man von der Aussichtswarte auf dem Harzberg (487 m) das Wiener Becken überblicken.

Im Zentrum des Wiener Beckens liegt das Acker-, Obst- und Gartenbaugebiet der "Feuchten Ebene" mit den Hauptorten Ebreichsdorf und Mitterndorf. Südöstlich davon erstreckt sich die dritte Kleinlandschaft: das karge "Steinfeld", das im wesentlichen die Umgebung von Wiener Neustadt bildet. Einst hat Herzog Leopold V. diese Kleinstadt mit dem Lösegeld ausgebaut, das er für König Richard Löwenherz erzwungen hat. Und im 15. Jahrhundert machte Kaiser Friedrich III. Wiener Neustadt zu einer seiner Residenzen. Heute kann man hier den spätromanischen Wiener Neustädter Dom und als Wahrzeichen den Wasserturm (1910) bewundern. Den berühmten Wiener Neustädter Altar findet man übrigens im Wiener Stephansdom, wohin das über 500 Jahre alte Kunstwerk 1883 übersiedelt wurde.

Verkehrsumschlagplatz mit europäischen Dimensionen
Die vierte Kleinlandschaft des Wiener Beckens ist das Platten- und Hügelland südlich der Donau mit seinem fruchtbaren Ackerland sowie mit Wald und Weingärten. Neben der Metropole Wien sind hier Bruck an der Leitha und Schwechat von Bedeutung. Letzteres vor allem wegen des Flughafens, der derzeit fast 17 Mio. Passagiere jährlich abfertigt.

Aber nicht nur der Flughafen macht das Wiener Becken zum Verkehrsumschlagplatz von europäischem Format: Die Südautobahn und die Südbahnstrecke nach Italien und Südosteuropa sowie die Straßen- und Zugsverbindungen nach Ungarn und in die Slowakei führen durch diese Region. Teile des Wiener Beckens zählen zu den dichtest besiedelten Landschaften Österreichs mit über 1.000 Einwohnern/km². In der Shopping City Süd (Vösendorf), Österreichs größtem Einkaufszentrum, bedienen 330 Geschäfte jährlich über 25 Mio. Kunden. Und Chemie-, Kunststoff-, Textil-Produktion, Metall-, Stein- und Glasverarbeitung sowie Nahrungsmittel- und Papierindustrie machen das Wiener Becken zum bedeutendsten Wirtschaftsraum Österreichs.

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