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Darf‘s ein bisschen weniger sein? In den österreichischen Bergsteigerdörfern heisst die Antwort „ja“. Denn hier setzt man nicht auf immer grössere Skigebiete, schnellere Liftverbindungen und luxuriösere Hotels, sondern auf sanften Natur-Tourismus, alte Traditionen und die hohe Kunst der Entschleunigung.
Zugegeben, es bedarf schon einer ordentlichen Portion Mut, sich gegen scheinbar allgemein-gültige Tourismus-Trends zu wenden und ungewöhnliche Entscheidungen zu treffen. Doch für Österreichs Bergsteigerdörfer haben sich der Einsatz und die Beharrlichkeit gelohnt. Denn während andere Orte bis heute mit alpiner Action und immer neuen Superlativen werben, besinnen sich diese Dörfer auf ihre Geschichte, auf ihre unverbaute Natur sowie auf das Höchstmass an Ruhe und Erholung, das sie für ihre Besucher bereit halten. Und sie sind damit äusserst erfolgreich.

Gegründet wurde die Vereinigung der Bergsteigerdörfer im Jahr 2007 auf Initiative des Österreichischen Alpenvereins. Wer dabei sein will, muss hohe Auflagen erfüllen: So darf ein Bergsteigerdorf z.B. nicht mehr als 2.500 Einwohner zählen und zwischen dem höchsten Gipfelkreuz und dem niedrigsten Punkt des Ortes sollten mindestens 1.200 erwanderbare Höhenmeter liegen. Ausserdem müssen die Bergsteigerdörfer „technik- und hochleistungsverkehrfreie Erholungszonen“ bieten – und das bedeutet: ein kleiner Sessellift ist zwar durchaus erlaubt, die grosse Gondelbahn mit angeschlossenem Liftnetz hoch oben in den Bergen oder die direkte Autobahnanbindung sind es allerdings nicht. Zusätzlich hat man sich in den Bergsteigerdörfern verpflichtet, die kleinbäuerliche Wirtschaft und die regionale Handwerkertradition zu fördern.

Klingt gut, aber vielleicht auch ein bisschen langweilig? Keineswegs. Denn natürlich wird auch in den Bergsteigerdörfern viel Wert auf die Unterhaltung und Betreuung der Gäste gelegt: Lesungen, Vorträge und Heimatabende gehören ebenso zum Standardprogramm wie Kurse für angehende Bergsteiger und Kletterer, geführte Wanderungen oder Touren mit Hüttenübernachtungen. Angebot und Auswahl sind also gross – aber eben etwas sanfter und leiser, als man es aus anderen Feriengemeinden gewöhnt sein mag.

Derzeit erfüllen die folgenden 17 Orte die strengen Aufnahmekriterien: Ginzling, Grosses Walsertal, Grünau im Almtal, Hüttschlag im Grossarltal, Johnsbach im Gesäuse,  Lesachtal, Lunz am See, Mallnitz, Malta, Mauthen, Reichenau an der Rax, Steinbach am Attersee, Steirische Krakau, Tiroler Gailtal, Vent im Ötztal, Villgratental und Weissbach bei Lofer.

Weitere Informationen:
www.bergsteigerdoerfer.at

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