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Naschmarkt: Wo Gourmetträume wahr werden

Es ist kein Zufall, dass es immer heisst, in Wien beginne der Balkan. Wenn man über den Wiener Naschmarkt und - an einem Samstag - über den daran anschliessenden Flohmarkt schlendert, spürt man ganz deutlich, warum.

Naschmarkt in Wien © Wien Tourismus
Exotische Lebensmittel
Zwei grosse Handelsrouten kreuzten sich einst in Wien: die Bernsteinstrasse, die den Norden mit dem Süden verband und die Donauroute mit ihrem Ost-West-Verlauf. Zu Wasser und zu Lande wurden schon vor hunderten von Jahren Waren aus dem Abend- und Morgenland nach Wien gebracht und besonderer Beliebtheit erfreuten sich dabei seit eh und je exotische Lebensmittel. Zusätzlich sorgten Bauern aus der Provinz mit heimischen Produkten für das leibliche Wohl der einst kaiserlichen Hauptstadt. All diese Anbieter sammelten sich auf dem ursprünglich „Aschenmarkt" genannten Markt, aus dem im 19. Jahrhundert der "Naschmarkt" wurde - passend zum verlockenden Angebot an Obst, Gemüse und süssen Naschwaren.

Schlendern, Verkosten, Feilschen
In den 1920er-Jahren erhielten die Händler schliesslich kleine Geschäftslokale für ihre Ware, damit sie ihren Marktstand nicht mehr täglich auf- und abbauen mussten. Auch bei schlechtem Wetter waren Lebensmittel und Verkäufer so viel besser geschützt, eine echte Errungenschaft für den ganzjährig stattfindenden Markt. In drei schmalen Zeilen wurden die Waren von nun an vor den kleinen Markthäuschen ausgebreitet und lautstark angepriesen.

Seither feilscht ganz Wien um die frischen und raren Viktualien auf dem Naschmarkt. Und schlendert man von der Sezession beim Karlsplatz bis zur Kettenbrückengasse durch den Markt, spürt man es durch die lauten Anpreisungen der Händler über alle Zeiten hinweg: das Flair des Balkans. Von überall her strecken sich einem Schafskäse, Oliven, Wasabi-Nüsse oder pflückfrische Datteln entgegen. Es tönt "schöne Frau", "junger Mann", "Probieren, der Herr?" und "Bitteschön, was darf es sein?".

Betörend Gerüche
Vorbei an nordischen Fischständen, einheimischen Obst- und Gemüsehändlern, die auch selten gewordene Sorten wie Lederäpfel und Pastinaken führen, und an „Gemüse-Edith" mit neuen Pilzen aus dem Burgenland ... Betörende Gerüche dringen aus den orientalischen und asiatischen Kleingeschäften. Die „Käsehütte" lockt mit exquisiten Sorten - vom norwegischen Karamell-Käse bis zum korsischen Brin d'Amour. Bäckereien, Marktstände mit Fleisch und Meeresfrüchten, Essigspezialitäten, der „Gurken Leo", sie alle verbreiten eine Basar-Stimmung wie sie lebhafter wohl kaum sein könnte.

Und wenn man nicht aufpasst, hat man die Einkaufstasche schneller mit Köstlichkeiten gefüllt als einem lieb ist: "Casanova's Antipasti" verlocken mit schier endlosen Vorspeisen-Variationen, "Bio-Welt" und die "Ayurveda Coast" verführen mit ihrem reichhaltigen Angebot zum gesunden Grosseinkauf, aber auch Blumen und Topfkräuter aus Österreich leuchten farbenfroh um die Wette.

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