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Oberösterreichische Eisenstrasse

Rund um den Nationalpark Kalkalpen verläuft die oberösterreichische Eisenstrasse, deren Wurzeln viele Jahrhunderte zurückreichen. Vier wesentliche Elemente - Holz, Wasser, Feuer und vor allem Eisen - haben dabei die Region bis heute entscheidend geprägt.

Nationalpark Kalkalpen
Nationalpark Kalkalpen © Österreich Werbung/Popp

Jahrhundertelang war das Schlagen der Hämmer in den Tälern der oberösterreichischen Eisenwurzen das bestimmende Geräusch. Den Ton gab dabei der steirische Erzberg an. Das aus ihm gewonnene Eisenerz brachte entlang der Transportwege eine rege Handwerks- und Handelstätigkeit hervor. Der Handel mit den hier geschmiedeten hochwertigen Waffen, Sensen und Werkzeugen reichte bis in den arabischen Raum.

Der Weg der oberösterreichischen Eisenstrasse ist abwechslungsreich, führt er doch durch felsiges Gebirgsland und sanfte Flusstäler, aber auch durch historische Orte wie Enns, der ältesten Stadt Österreichs, oder in die mittelalterliche Altstadt von Steyr, die im 15. Jahrhundert neben Wien die wohlhabendste und vornehmste Stadt Österreichs war. Ihren Reichtum verdankte sie ihrer hochwertigen Messer- und Klingenproduktion. Später kamen Schusswaffen als bestimmender Wirtschaftszweig dazu. Dass entlang der Eisenstrasse nicht nur Waffen erzeugt, sondern auch fleissig benutzt wurden, beweist übrigens das in Europa einzigartige Wilderermuseum in St. Pankraz, das Legenden und so manches Jagdabenteuer mitunter in blutiges Licht rückt.

Einige traditionelle eisenverarbeitende Betriebe gibt es auch heute noch: etwa die Löschenkohls in Ternberg, die wie vor 500 Jahren mit aus Wasserkraft angetriebenen Hämmern sogenannte Taschenfeitel erzeugen. Oder die Nagelschmiede in Losenstein, die heute zwar nur mehr ein Museum ist, wo Besucher aber immer noch am Amboss ihre eigenen Nägel schmieden können.

Dass Eisen auch gut klingen kann, erfährt man in der kleinen Stadt Molln. Hier werden Maultrommeln hergestellt. In Schaubetrieben wie der Manufaktur Wimmer-Bades oder in der Firma Jofes wird nach wie vor ausschliesslich von Hand gefertigt. Von der Schmiedearbeit bis zur peniblen, millimetergenauen Feilarbeit, die die Qualität des Instruments massgeblich beeinflusst, können Besucher alle Arbeitsschritte nachvollziehen.

In Molln befindet sich auch das Zentrum des Nationalparks Kalkalpen und damit der ideale Ausgangspunkt für Wanderungen durch das waldreiche Gebiet rund um das Sengsengebirge. Mitten im Nationalpark befindet sich das alte Knappenhaus Unterlaussa, das den Arbeitern des Bauxitbergwerks als Unterkunft diente. Heute beherbergt es ein interessantes Bergbaumuseum.

Als grösstes Waldschutzgebiet Österreichs, rühmt sich der Nationalpark für seine „Wildnistoleranz“. Mit Nationalpark-Rangern kann man sich auf die Spuren von Gämsen und Rotwild begeben oder den lange Zeit in unseren Breiten als ausgerottet gegoltenen Luchs beobachten. Doch nicht nur die scheue Wildkatze, auch seltene Vogelarten haben hier ihre Heimat gefunden. Wenn etwa der seltene Dreizehenspecht während der Balz wie wild auf die Baumstämme eintrommelt, dann bekommt der Begriff „Land der Hämmer“ eine ganz neue Bedeutung.

www.eisenstrasse.info

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