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Grazer Galerieszene

Die steirische Landeshauptstadt ist nicht nur ein beliebter Treffpunkt der Film- und Literaturszene - auch bei den Galeristen tut sich einiges.

Werke von Rainer Wölzl © Galerie Glacis. Graz
Eine Parabol-Antenne, ein Beamer, ein digitales Keyboard, in dem Mozarts „Kleine Nachtmusik“ restrukturiert wird - das sind die Utensilien des Medienkünstlers Richard Kriesche in der Kunstmeile Sackgasse.
In der angrenzenden Sporgasse  finden sich mit der Galerie Grazy, der Werkstadt Graz und Graz Kunst gleich drei relevante Adressen in unmittelbarer Nachbarschaft. Tür an Tür verdichtet sich um den Färber- und den angrenzenden Mehlplatz ein zentraler Cluster der Grazer Galerieszene. Patrick Ebensperger  hat sich erst 2004 hier niedergelassen, erweiterte aber das Grazer Galerie-Geschehen seither um eine feine Werkschau-Liste konzeptueller Künstler: Pirmin Blum zählt dazu ebenso wie Raphael Just und Davis Moises. Nur wenige Schritte entfernt liegt die ebenfalls auf zeitgenössische Kunst spezialisierte Galerie Schafschetzy sowie die mit moderner Skulptur befasste Galerie Centrum.

Steirische Positionen
Der jährlich veranstaltete Ausstellungs-Parcours „Aktuelle Kunst in Graz”, an dem sich über zwanzig Galerien und Kunstinstitutionen beteiligen, verbindet quer über die Stadt verstreute Locations miteinander.
Etwas isoliert im Süden liegt das Labor der Gruppe ESC, die auch inhaltlich neue Wege beschreitet, indem vor allem Kunstprojekte im Kontext neuer Kulturtechnologien initiiert werden. Etwas weiter östlich der Altstadt, an der Ecke Glacisstrasse und Leonhardstrasse, lohnt der Besuch der gleichnamigen Galerien Glacis und Leonhard – wobei sich Letztere vor allem bei Sammlern von Kunst aus der Zwischenkriegszeit einen Namen machen konnte. Zweiter Schwerpunkt ist die heimische Malerei der 1950er- und 1960er-Jahre – eine massgeblich von steirischen Künstlern beeinflusste Schaffensperiode der österreichischen Kunst.

Neue Kunstufer für die Mur
Aber auch am anderen Ufer der Mur ist die Kunst mittlerweile angekommen, was nach dem Bau des weltberühmten Kunsthauses Graz und der die beiden Mur-Ufer verbindenden Acconci-Murinsel ja auch zu erwarten war.
Ecke Griesgasse–Südtirolerplatz zeigen documenta-Künstler wie Peter Kogler, aber auch Günther Brus, Christian Ludwig Attersee und der New Yorker Vito Acconci in der dort gelegenen Galerie Artelier Contemporary einige ihrer Arbeiten. Im Kunsthaus selbst und am Grieskai erfreuen sich zwei Fotogalerien – die Camera Austria sowie the smallest gallery – nachbarschaftlicher Synergien. Etwas weiter westlich, stadtauswärts, punktet der Verein Rotor in der Volksgartenstrasse mit einem lange aufgebauten Netzwerk an Verbindungen zu KünstlerInnen und KuratorInnen in Südosteuropa. Die vom IT-Spezialisten Andreas Weilharter gegründete Galerie artepari contemporary setzt auf Künstler der jüngeren Generation und auf differenziertes Know-how in Zusammenspiel von Kunst und Neuen Medien. Das Zentrum der Minoriten Galerien im ehemaligem Kloster am Mariahilferplatz stellt eine ungewöhnlich reizvolle Location dar, an der sie den Spagat zwischen Spiritualität und zeitgenössischer Kunst internationalen Zuschnitts absolviert.