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Gustav Klimt - Landschaftsmalerei

Die während zahlreicher Sommeraufenthalte am Attersee gemalten Landschaften zeigen Gustav Klimt gleichermassen den zeitgenössischen Strömungen aufgeschlossen wie auch tief verwurzelt in der Tradition österreichischer Landschaftsmalerei.

Attersee mit Höllengebirge,  Oberösterreich © Österreich Werbung/Weinhäupl
Attersee mit Höllengebirge, Copyright: Österreich Werbung/Weinhäupl
Seit 1900 verbringt Gustav Klimt nahezu jeden Sommer am Attersee im Salzkammergut. Vertraut gemacht hat ihn mit dieser Landschaft Emilie Flöge. Klimt ist auch hier ein unermüdlicher Arbeiter, der früh aufsteht und früh zu Bett geht. Auch wenn er zumeist seinen langen blauen Malermantel trägt, so zeigen ihn Fotografien häufig in fröhlicher Gesellschaft. Er rudert gern, „um die Muskeln ein wenig aufzurütteln“, geht „mit aller Vorsicht“ schwimmen und trägt bei Spaziergängen immer Skizzenbücher bei sich. Klimt ist bei einer Gelegenheit sogar einer der ersten Modefotografen der Geschichte, als er Emilie Flöge in zehn der von ihr geschaffenen Kreationen abbildet.

Während dieser Sommeraufenthalte entstehen Klimts Landschaftsbilder, die ein Viertel seines gemalten Werkes umfassen. Es sind schlichte Motive, die er wählt: Gärten, Wiesen mit Obstbäumen, Bauernhäuser inmitten üppiger Vegetation und Ansichten vom See und dessen Uferlandschaften. Klimt malt dabei stets in der freien Natur, bedient sich aber einer ungewöhnlichen Technik, die einige der Besonderheiten seiner Landschaften erklärt. Sie geben keine Panoramen, sondern ungewöhnliche Ausschnitte wieder, entweder von erhöhtem Standpunkt oder von der Wasserfläche aus auf das Ufer gerichtet. Diese merkwürdigen Perspektiven verdanken sich dem sogenannten „Sucher“, zunächst einem einfachen Stück Pappendeckel, in den ein Loch geschnitten ist, später einer Elfenbeinplatte oder auch dem Opernglas. In Klimts Landschaftsmalerei wirken auch Einflüsse des Impressionismus und der Malerei van Goghs mit, häufig ergibt sich auch ein pointilistischer Effekt. Dieser ist aber nicht die Folge der Zerlegung des Bildes in Farbflecken, sondern entsteht aus dem Nebeneinander der als einzelne Farbflächen wiedergegebenen Gegenstände bei weitgehendem Verzicht auf Tiefenillusion. Was so entsteht, sind Bilder von einer spannungslosen, meditativen Gestimmtheit, harmonischem Gleichklang und grosser Ruhe, in denen die Zeit stillzustehen scheint. Menschen finden darin keinen Platz, aber auch Tiere, mit Ausnahme von Hühnern, fehlen. In der Wahl schlichter Motive, in der die malerischen Qualitäten Vorrang vor dem Dargestellten gewinnen und deren fehlende Dramatik zur Kontemplation einlädt, steht Klimt, trotz Übernahme zeitgenössischer Einflüsse, tief in der Tradition österreichischer Landschaftsmalerei.

Auf den Spuren von Klimt am Attersee – ein nicht alltäglicher Themenweg
Drei einfache Spaziergänge mit einer Gehzeit von jeweils ca. 1 – 2 Stunden.
Ausgangs-/Endpunkte: Seewalchen, Litzlberg, Weissenbach und Kammer-Schörfling am Attersee

FERIENREGION ATTERSEE
4864 Attersee
www.attersee.at
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