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Gustav Klimt - sein Werk

Als einer der wichtigsten Vertreter des Wiener Jugendstils schafft Gustav Klimt ein Werk, das ihn zu dem macht, was er heute ist: der in der ganzen Welt berühmteste Maler Österreichs.

Beethovenfries in der Wiener Secession © Österreich Werbung/Trumler
Frühe Schaffensjahre
Nach seiner künstlerischen Ausbildung beginnt Gustav Klimt seine Karriere als Dekorationsmaler der Ringstrassenära. In diese frühe Schaffensphase fällt die Ausstattung der Treppenhäuser des Burgtheaters und des Kunsthistorischen Museums. Künstlerische und finanzielle Anerkennung stellen sich ein.

Aber Gustav Klimt strebt nach der Verwirklichung seiner eigenen Formensprache. Mit knapp 35 Jahren steht er an der Spitze der Secessionisten, die sich die Erneuerung der Kunst zum Ziel setzen und sich den internationalen Strömungen der Moderne öffnen. In der von Joseph Maria Olbrich errichteten Secession kommt es zu bahnbrechenden Ausstellungen, die von zahlreichen Skandalen begleitet sind. In einem zeitgenössischen Protestschreiben heisst es zu Klimts für die Wiener Universität geschaffenen Fakultätsbildern: „Wir kämpfen nicht gegen die nackte und nicht gegen die freie Kunst, sondern gegen die hässliche Kunst.“ Bei der Weltausstellung in Paris hingegen erhält Klimt den Grand Prix für das Bild „Die Philosophie“ aus dem Zyklus der Fakultätsbilder. Ab diesem Zeitpunkt ist Klimt eine europäische Berühmtheit.

Am Zenit des Erfolges
Einen künstlerischen Höhepunkt jener Jahre bildet die Ausstellung zu Ehren Ludwig van Beethovens im Jahre 1902. In ihr wird der Traum vom Gesamtkunstwerk verwirklicht, zu dem Klimt mit seinem monumentalen Beethovenfries beiträgt, der heute wieder am Ursprungsort in der Secession zu bewundern ist. Jahre später wird Klimt in enger Zusammenarbeit mit Josef Hoffmann, dem Mitbegründer der Wiener Werkstätte, das Brüsseler Palais Stoclet gestalten und damit wohl das berühmteste Gesamtkunstwerk des Jugendstils schaffen.

Mit der Dominanz der Ornamentik und dem starken Einsatz von Gold, die den Beethovenfries prägen, beginnt im Werk Gustav Klimts jene „Goldene Periode“, die in dem 1908 fertig gestellten Gemälde „Der Kuss“ gipfelt. In kraftvoller Symbolik und ausladendem Dekor feiert das Werk dieser Jahre die sinnliche Lust. Aber ebenso findet sich die dunkle Seite der menschlichen Existenz abgebildet, die Bedrohung durch Tod und Verfall. In seinem Spätwerk löst der dekorativ-expressionistische Stil mit seiner Hinwendung zur Farbe die „Goldene Periode“ ab.

Porträts und Zeichnungen
Gustav Klimt ist der Maler des aufstrebenden Bürgertums, dessen weibliche Mitglieder er quer durch alle Schaffensphasen hinweg porträtiert. Das Bildnis der Adele Bloch-Bauer I gilt seit einigen Jahren als eines der teuersten Bilder der Welt. Neben dem Porträt widmet sich Klimt auch zeitlebens der Zeichnung. Schon die blosse Quantität – bei etwa 250 Gemälden haben sich 3.000 Zeichnungen erhalten – zeigt die Bedeutung dieser Kunstform für Klimts Schaffen. In ihrer herausragenden Qualität gehören die Zeichnungen zu den grössten künstlerischen Vermächtnissen ihrer Art.

Klimt-Ausstellungen
Hauptwerke Klimts finden sich in der Österreichischen Galerie des Oberen Belvederes und im Leopold-Museum. Die Wiener Secession zeigt den berühmten Beethovenfries an der Stelle, an der er zum ersten Mal der Öffentlichkeit präsentiert wurde. Mit 400 Blättern besitzt das Wien Museum den weltweit grössten Bestand an Klimt-Zeichnungen aus allen Schaffensphasen, die anlässlich einer Sonderausstellung erstmals zur Gänze präsentiert werden. Eine weitere umfangreiche Sammlung ist im Besitz der Wiener Albertina.