Navigation Inhalt Wählen Sie Ihr Thema:
close
Please choose your country:
Or choose your language:

Wiens Galerieszene

Nischen für die Kunst, die bietet Wien allemal. Ein Blick auf aktuelle Hotspots der lebhaften Galerie-Szene führt dabei in Prachtbauten, Fabrikhallen und in den ersten Kunstsupermarkt der Stadt.

Victor Mira: El Violonchino © Galerie Lang, Wien
Was nehmen? Das China-Pin-up-Bild in Mao-Mode, billig wie noch nie? Oder doch lieber ein solides Aquarell? Vielleicht das Porträt mit Lollipop um heisse € 99,90? Klar, wird auch noch eingepackt, der Art-Discounter macht es möglich. Kunst zum Kampfpreis, so lautet das Sonderangebot von M-ARS, dem ersten Wiener Kunstsupermarkt in der Westbahnstrasse.

Street Art und Fabrik-Locations in Wien-Neubau
Neue Ableger der Popkultur finden sich in der Burggasse bei INOPERAbLE: Graffiti, Street Art, Lowbrow Art und Pop Surrealism – Trends der Kunstwelt, die man in Wien bislang eher vergeblich suchte.
Kunstfotografie ist in der Galerie WestLicht  vertreten. Neben dem quasi-musealen Rahmen einer permanenten Schau seltener Kameras widmet sich das breitgefächerte Ausstellungsprogramm der Reportage-Fotografie.
Ganz andere Stimuli setzt die Galerie Momentum, die Werke bekannter Fotokünstler wie Margherita Spiluttini oder Franz Hubmann in Auflagen von fünfzig und mehr Abzügen anbietet – schliesslich soll die Kunstfotografie auch hier einem möglichst grossen Kreis erschlossen werden.
Einer der bekanntesten Namen der österreichischen Galerieszene hat sich in der Schottenfeldgasse angesiedelt: Galeristin Ursula Krinzinger eröffnete in einem ehemaligen Fabrikgebäude den Ausstellungsraum „Krinzinger Projekte“: Wie für die Gegend nicht anders zu erwarten, kommen hier verstärkt junge, unbekannte Künstler zum Zug. 

Gumpendorfer Galerie-Safari
Ein guter Ausgangspunkt für eine ausgedehnte Wiener Galerie-Safari ist die Gumpendorfer Strasse und deren Verlängerung, die Eschenbachgasse, wo eine kleine Galerien-Enklave entstanden ist. Karin Handlbauer und Donata Fuchs positionierten die Galerie Mezzanin als spannende Plattform für aktuelle Kunsttendenzen, was nicht zuletzt auch die hier gezeigten Arbeiten des Medienkünstlers Peter Kogler belegen. Neue Medien zählen auch zu den Schwerpunkten eines weiteren weiblichen Galeristen-Duos: Barbara Wimmer und Helga Krobath mit der gleichnamigen Galerie im Palais Eschenbach.
Die ebenfalls in der Eschenbachgasse gelegene Galerie Martin Janda hat sich wiederum auf raumbezogene Arbeiten spezialisiert, die künstlerische Positionen ins Zentrum stellen. Und die ganz grossen Namen der Kunstwelt werden indessen auf Hausnummer 9 präsentiert: Vanessa Beechcroft, Franz West, Heimo Zobernig, Olaf Breuning sind nur einige der internationalen Kunststars, die die hier gelegene Galerie Meyer Kainer präsentiert. 

Freihausviertel: Avantgarde zwischen Vintage-Läden
In dem von Vintage-Läden und Mode-Ateliers geprägten Freihaus-Viertel, auf der gegenüberliegenden Seite des Naschmarkts, hat sich rund um die Schleifmühlgasse ein weiteres spannendes Zentrum junger Kunst etabliert. Der Oberlichtsaal einer ehemaligen Druckerei auf Nummer 5 – nunmehr Adresse der profilierten Galerie Georg Kargl Fine Arts – bildet einen imposanten Rahmen auch für grössere Installationen. Gleich nebenan stärkt Kerstin Engholm seit Jahren ihre Reputation als feinsinniger „Kunsttrend-Scout“, während ein weiterer Avantgarde-Pionier des Viertels, die Christine König Galerie, mit der interessanten Einführung der „Lunch Lectures“ von sich reden machte: Künstler, Kuratoren, aber auch Philosophen legen dabei ihre individuellen Zugänge zur Kunstszene bloss. 

Wiener Innenstadt: Platzhirsche und junges Szene-Unterholz
Die Arbeit der arrivierten Platzhirsche – etwa der Galerien Ulysses, Krinzinger, Chobot, Heike Curtze, Ernst Hilger oder des Wiener Aktionismus-Spezialisten Charim – muss wohl nicht eigens vorgestellt werden. Insider der lokalen Galerieszene verweisen aber mit Vorliebe auf jene vielfältigen Experimente, die der Wiener City auch zukünftig Überraschendes bescheren mögen: Die stete Suche nach spannenden einzelgängerischen Positionen ist das besondere Anliegen der Galerie Peithner-Lichtenfels in der Sonnenfelsgasse. Die Suche nach „emerging artists“ treibt auch die Galerie layr:wüstenhagen contemporary an – um zugleich einen „emerging art district“ zu definieren. Denn das in der Nähe der Seilerstätte im Entstehen begriffene Galerie-Viertel An der Hülben wäre so ein Zwischenstopp auf der heute zunehmend in Fahrt gekommenen Wien-Schiene in Richtung zeitgenössischer Kunst. Die Weichen für weitere Erfolge und die eine oder andere Neueröffnung sind dabei jedenfalls gestellt.