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Im Reich der edlen Brände

"Schnaps ist Schnaps" - das war einmal. Heute unterscheidet man in Österreich sehr wohl zwischen einem angesetzten Brand, einem traditionellen Obstbrand aus bäuerlicher Produktion und feinsten Edelbränden aus der Hand professioneller Erzeuger.

Schnäpse & Brände aus Österreich
Schnaps
Das Wort Schnaps kommt aus der Niederdeutschen Sprache und ist verwandt mit dem Wort "schnappen", was sich darauf bezieht, dass der Schnaps normalerweise in einem schnellen Schluck aus einem kleinen Glas getrunken wird. Während Schnäpse aus Obst, Kartoffeln oder Getreide (Korn) gewonnen werden, werden Brände ausschliesslich durch alkoholische Gärung und Destillieren einer Frucht oder des Mostes von Früchten gewonnen. Dabei bewahren sich die Brände das Aroma und den Geschmack der verwendeten Früchte.

Schnapsbrennereien
In Österreich hat das Schnapsbrennen eine lange Tradition. Manche Betriebe, wie die Brennerei Lagler im burgenländischen Kukmirn, besitzen sogar noch ein Schnapsbrenn-Monopol aus den Zeiten Maria Theresias. Auch auf österreichischen Bauernhöfen wird seit Jahrhunderten der sogenannte "Obstler", ein Brand aus Äpfeln und Birnen, vor allem für den Hausgebrauch destilliert.

Seit rund zwei Jahrzehnten ist im Land jedoch auch eine kleine, feine Szene von professionellen Brennern entstanden, die sich besonders um die Weiterentwicklung der Qualität und die Etablierung einer neuen Edelbrandkultur bemüht haben. Heute zählen Edelbrände aus Österreich selbst international zu den feinsten und gefragtesten am Markt. Kein Wunder, schliesslich ist Österreich ein Land mit vielfältigen Obstbaumkulturen und damit ein guter Boden für Fruchtbrände. Eine besondere Spezialität sind dabei die feinfruchtigen Brände aus der Wachauer Marille (Aprikose).

Fruchtige Brände
Traditionell werden aber auch Zwetschken und die verschiedensten Apfel- und Birnensorten zum Brennen verwendet. Gerade die Williamsbirne ist für professionelle Schnapsbrenner eine grosse Herausforderung: Sie besticht zwar durch eine besonders feine, auch für den Laien leicht erkennbare Frucht, verzeiht aber aufgrund dieses transparenten Fruchtbildes keinerlei Unsauberkeiten oder Fehler bei der Verarbeitung.

Aber auch wild wachsende Beeren aus den ausgedehnten Wäldern des Landes finden in besonders edlen Destillaten Verwendung. Als besonders edel gelten Brände aus Himbeeren: Bis zu 30 Kilo davon sind für einen Liter Himbeerbrand notwendig und der Preis dafür ist dementsprechend hoch. Auch Brombeeren, Vogelbeeren, Kirschen und Kriecherl sind beliebte Früchte zum Brennen, wobei letztere durch das Mitbrennen der Kerne einen besonders feinen Marzipanduft entwickeln.

Übertroffen wird dieser nur noch durch die Adlitz- oder Elsbeere. Die winzige Frucht wächst auf hohen Bäumen im Alpenvorland, die Ernte ist mühsam, Erträge und Ausbeute sehr gering. Dementsprechend hoch geschätzt ist dieser Brand, dessen Preis und geringe Verfügbarkeit ihn geradezu zur Legende machen.

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