
Am „Fonkasuntig“ in der Zeit zwischen dem Ende der Sonntagsmesse und dem Einsetzen der Dämmerung klopfen die „Chrochner“ (mundartlich: Bitter, Bettler), Mädchen und Buben im Volksschulalter, an die Haustüren und tragen im Sprechgesang ihr Sprüchlein vor, um von der Hausfrau Gebäck zu erbitten, das sie speziell für den Funkensonntag vorbereitet hat. Diese „Chüachli“ aus Weizenteig werden in heissem Fett herausgebacken, mit einer Zimt-Zuckermischung bestreut und warm angeboten.
Zu den Vorboten der Funkenfeuer ziehen auch die „Fachilibuaba“, junge Burschen im Alter von 10 bis 15 Jahren, die mit ihren Fackeln durch die Dörfer ziehen. Die Fackeln sind aufwändig aus Holz gebunden, strohdürr und mit viel Krepppapier geschmückt. In den Orten Sonntag, Buchboden und Fontanella lehnen die Fackeln während der Sonntagsmesse an der Kirchenmauer, denn gleich nach dem Segen machen sich die Fachilibuaba mit ihren Fackeln auf den Weg, die sie jedoch erst am Abend anzünden. Unter Juchzen und Singen schwingen sie dann die Fackeln, geraten immer näher zum Funken, umkreisen ihn und setzen in Folge den Holzstoss mit der Hexe obenauf in Brand.
Meist gehen die Fachilibuaba nach dem Funkenfeuer noch in ein Haus, wo sie essen und das erhaltene Geld unter sich aufteilen. Für die Fachilibuaba macht jeder die Haustüre und die Geldtasche bereitwillig auf, verheissen sie doch: „Glück ins Haus, falls Geld 'rauskommt.“
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