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Maultrommeln aus Oberösterreich

Das archaische Instrument erzeugt einen unverwechselbaren Klang, der vor allem vom Oberton bestimmt wird. Durch die Wiederentdeckung der Volksmusik erlebt auch die Maultrommel einen neuen Aufschwung.

Maultrommeln aus Molln © Manfred Russmann
Durch eine Vielzahl von Obertönen über einem Grundton lassen sich mit der Maultrommel einzigartige Klangeffekte zaubern. Verstärkung und Modulation erfährt der angeschlagene Ton allein durch den Spieler: Dessen Körper ist der Resonanzraum, er formt die Musik. Mit Mundhöhle und Atem werden die Obertöne moduliert.

In den Steppen Asiens ist sie das Instrument der Schamanen, die sich damit in Trance versetzen. Aber die Maultrommel findet sich auch in der Musik des Alpenraumes. Warum dieses archaische Instrument seit etwa 400 Jahren gerade in Molln erzeugt wird, weiss keiner so recht. Sicherlich, weil das Steyr-Tal – wie alle wasser- und waldreichen Täler rund um den Erzberg, der Eisenquelle Österreichs – vom Handel und Handwerk damit lebten.

Im 18. Jhdt. als "unsittlich" verboten - die Burschen lockten damals die Mädchen mit den betörenden Klängen ans Fenster -, ist die Maultrommel durch die Wiederentdeckung der Volksmusik und den Boom der Ethno-Musik plötzlich wieder in vieler Munde: Eine internationale Maultrommel-Gesellschaft samt jährlich stattfindendem Maultrommel-Festival beweist das neu erwachte Interesse.

Von den rund 400.000 Instrumenten, die heute in Molln von insgesamt drei Betrieben handwerklich gefertigt werden, gehen über 90 Prozent in die Welt hinaus. In allen drei Werkstätten werden Führungen angeboten und einzelne Arbeitsschritte erklärt. Zum Abschluss gibt es eine eindrucksvolle Hörprobe auf hauseigenen "Brummeisen", wie die Maultrommel auch genannt wird.


LINKTIPPS:

Museum im Dorf Molln
Maultrommelverein

Maultrommelerzeugung
Maultrommelschmiede Wimmer-Bades
Maultrommelschmiede Schwarz
Maultrommelschmiede Jofen