Die Urenkel des Jugendstils mischen heute die internationale Design-Szene auf. Mit Humor, Charme und spannenden intellektuellen Konzepten ist Wiens Designszene auf der Überholspur. Eine Überfliegerin im Portrait.
Seit 2007 kreiert Hedwig Rotter unter dem Namen
manodesign - vom Lateinischen "manus", die Hand: Schliesslich werden ihre feinen Produkte - Tableware, Accessoires, Interior -
von Hand gefertigt. Dabei geht es der Absolventin der Wiener Angewandten, Meisterklasse Matteo Thun, um die Abgrenzung zur industriellen Fertigung.
Nichts soll an Massenprodukte erinnern, mitunter werden die Unikate sogar ungewöhnlich zerbrechlich. Kein Wunder, Hedwig Rotters Liebe gilt hochwertigem Porzellan, das von ihr stets bei 1260 Grad Celsius gebrannt wird.
Auch die viel gepriesene jüngste Kollektion "Dots" belegt das auf den ersten Blick: Wie aus einer Märchen-Phantasie entsprungen, wirkt die schneeweisse runde Vase mit den vielen unterschiedlich grossen Löchern, die nun auch im Schauraum im Herzen des Ottakringer Szeneviertels SoHo zu finden ist, eher Netz als Vase. Maximal Grenzen verschieben, das ist hier ernst gemeint. "Oft bricht alles beim letzten Loch", erzählt Hedwig Rotter, die hier, in der Wiener Grundsteingasse, sowohl Atelier als auch Verkaufsraum hat.
Einen zunehmend auch internationalen Namen machte sich Hedwig Rotter zunächst mit themenorientierten Arbeiten. Die Keramik-Gefässe, die an jene Papier-Beutel erinnern, die Flugkrankheits-Gebeutelte aus dem Flugzeug kennen, sind etwa einem Projekt entsprungen, in dem es um die Veredelung von Recycling-Produkten ging. Aber auch Humor spielt eine wichtige Rolle. Fussballschuhe aus Porzellan, wahlweise in Gold oder Platin überzogen, Teelichterhalter plus Porzellan-Hirschgeweih, eine vergoldete Geweihminiatur als Brosche "Krickerl de luxe" oder Steinbock plus Edelweiss als Deko einer Porzellanuhr. All das ist hier zu finden.
www.manodesign.at