Naschmarkt
Eine Reise um die Welt dauert am Wiener Naschmarkt nicht 80 Tage, sondern ist locker in vier Minuten zu schaffen. Zumindest kulinarisch.
Den „Bauch der Stadt" nennen ihn Kenner, er existiert seit dem 18. Jahrhundert und ist der grösste innerstädtische Markt von Wien. Der Naschmarkt lädt von Montag bis Samstag zum Bummeln, Staunen, Entdecken und Geniessen ein. Zu kaufen gibt es am Naschmarkt alles, was die Küche braucht: Obst und Gemüse, Fleisch und Fisch, Brot und Käse. Aber auch Delikatessen wie persischen Kaviar, Sushi und Austern sowie ein überwältigendes Angebot an internationalen Waren, vor allem aus den Ländern des früheren Jugoslawien, Griechenland, der Türkei, Japan und China. Wer bei dem leckeren Angebot hungrig wird, kann gleich am Naschmarkt in einem der vielen Restaurants essen. Und am Samstag anschliessend den berühmtesten Flohmarkt Wiens besuchen, der gleich nebenan liegt.
www.wienernaschmarkt.eu
Köstlichkeiten aus aller Herren Länder
Delikatessen aus Persien erfreuen alle Sinne: getrocknete Sternfrüchte, Baby-Kiwis, Berberitzen, Nüsse, Feigen, arabische Schokolade. Herr Reza vom "Kaspien-Markt" lässt seine Kunden gerne davon kosten. Der ehemalige Architekt plaudert gern und erzählt vom Lieblingsessen des letzten Schahs von Persien, der sich jede Woche einmal Berberitzenreis zubereiten ließ. Das Rezept in englischer Sprache gibt es auf Anfrage!
Ahmad Maan, Sohn eines Heilkundigen aus Bagdad, führt seine Familientradition hier am Naschmarkt weiter und bietet Gewürze, Tees und Öle in seinem "Kräuterhaus" an. Ob Kardamomsamen, Boxhornklee, Galgantwurzel, Mistelkraut oder das "marokkanische Gold", das Arganöl - alles entfaltet seine spezifische Wirkung auf den Körper. Auf Wunsch fertigt der stets fröhliche Iraker für die diversen Kalamitäten eigene Heilmittelmischungen an. Tipp: Die Gedächtnisleistung fördert arabischer Weihrauch!
Innovative Produkte
Das Wiener Traditionsunternehmen Gegenbauer, gegründet 1929, flankiert mit gleich zwei attraktiven Ständen die Naschmarktgasse. Zur Linken duftet es nach feinem Essig - der Enkel des Gründers hat in leidenschaftlicher Forschungsarbeit innovative Essigprodukte entwickelt, deren Einzigartigkeit sich vor dem Kauf auch probieren lässt: Vogelbeeressig, Quittenessig, Marillenessig in Glasballons gereift. In manchen Gourmet-Restaurants dienen Gegenbauer-Essige nicht nur der Speisenverfeinerung, sondern werden sogar als antialkoholischer Digestif gereicht. Der Grund: Die 60 aromatisch-delikaten Sorten edelsauren Trinkessigs wirken basisch bzw. entsäuernd!
Gegenbauers Kaffee- und Kornmühlen befinden sich vis-a-vis. Eine Kaffeesorte wird hier auf dreierlei Arten geröstet: als "Morning", "Naschmarkt" und "Evening". Doch auch Kornsorten lassen sich bei niedriger Temperatur rösten und entwickeln dabei exquisiten Geschmack. Gegenbauer lässt hierfür von Biobauern alte Sorten wie Emmer, das luteinhältige Einkorn, Bergweizen, Nackthafer und Nacktgerste anbauen. Als innovatives und gesundes Produkt hat das Röstgetreide bereits viele Küchen erobert!
Bauernmarkt
Jeden Samstag findet außerdem ein Bauernmarkt mit frischen "Schmankerln" aus dem näheren Umland statt. Weil Einkaufen hungrig macht und die tagesfrische Qualität der Produkte sich geradezu anbietet, sie in kulinarische Köstlichkeiten zu verwandeln, wurde aus einer der beiden Verkaufsstraßen mittlerweile eine Restaurant-Zeile. Dabei steht das gastronomische Angebot in seiner Vielfalt den Viktualienständen aber in nichts nach.
Mini-Restaurants
In einer zweiten Zeile bietet der Naschmarkt eine große Vielfalt an Gastronomie für jeden Geschmack: vom edlen Fischrestaurant über Sushi und asiatische Küche, klassische Wiener Küche, italienische Grillspezialitäten, Pasta, Palatschinken oder griechische Spezialitäten bis hin zur multikulturell geprägten Küche, die sich ihre Inspirationen aus allen Köstlichkeiten des Naschmarkts holt. Und weil hier wirklich alle gut kochen, sind die winzigen Lokale mittags meist brechend voll. Im Sommer platzen die Mini-Restaurants auch abends aus allen Nähten, da die Gastronomie - im Gegensatz zu den Marktständen - neuerdings bis 24 Uhr geöffnet hat.