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Vom Biedermeier zum Jugendstil

Mit der Französischen Revolution 1789 und der folgenden Machtergreifung Napoleons ändert sich vieles: Österreich wird in die Napoleonischen Kriege hineingezogen und wirkt 1814/15 als Gastgeber des Wiener Kongresses an der Neuordnung des Kontinents mit.

Johann Strauß Denkmal im Wiener Stadtpark
Dem Schock, den die Revolution den Adelshäusern Europas versetzt hat, begegnen in Österreich Kaiser Franz I und sein Staatskanzler Metternich mit Einschränkung der bürgerlichen Freiheiten und Zensur. Weshalb sich das Bürgertum in die eigenen vier Wände zurückzieht: Die Zeit des Biedermeiers bricht an. Man trifft einander in geselliger Runde im Salon – die Künste werden gepflegt. Maler wie Ferdinand Georg Waldmüller und Friedrich Gauermann, Komponisten wie Franz Schubert und Dichter wie Adalbert Stifter, Ferdinand Raimund oder Franz Grillparzer machen von sich reden.

Am Ende dieser Epoche steht wieder eine Revolution: 1848 stürzt das Bürgertum Franz I., Kaiser Franz Joseph I. übernimmt die Regentschaft. Mit seiner Gattin Elisabeth, der legendären "Sisi", prägt er bis heute nachhaltig das Bild vom österreichischen Kaisertum. Seine Residenzstadt Wien macht er mit prächtigen Bauwerken zu einer bedeutenden mitteleuropäischen Metropole, zum Zentrum eines riesigen Vielvölkerstaates, das sich auch über Ungarn, Norditalien und weit nach Südosteuropa hinein erstreckt.

Der Walzerkönig Johann Strauss feiert Triumphe in aller Welt. Sigmund Freud entwickelt die Psychoanalyse. Und um 1900 bringt der Wiener Jugendstil einzigartige Werke hervor. Maler wie Gustav Klimt und Egon Schiele beeindrucken ebenso wie die Architekten Otto Wagner und Adolf Loos. Ein Spaziergang über die Wiener Ringstrasse, ein Besuch im Sisi- oder im Sigmund-Freud-Museum sowie in der Österreichischen Galerie Belvedere vermitteln einen umfassenden Eindruck von dieser Epoche.
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