Der Ruf der Wildnis

Spuren lesen und geduldig sein lernt man bei geführten Wanderungen und Pirschgängen durch österreichische Wald- und Wildgebiete.

Hirsch im Nationalpark Donau-Auen
Naturbeobachtungswanderungen
Passionierte Jäger teilen ihren Kalender in ganz bestimmte Saisonen ein: Von der Spielhahnbalz im Frühjahr bis zur Gamsbrunft im Dezember. Wer nicht der Jägerzunft angehört, aber Freude an der Natur hat, kann diese faszinierenden Schauspiele bei den vielen spannenden Naturbeobachtungswanderungen verfolgen, die in Österreich das ganze Jahr über angeboten werden. Und selbstverständlich bewegt man sich dabei nicht auf ausgetretenen Trampelpfaden. Wer zum Beispiel einen Rot-, Stein- oder Rehwild-Pirschgang unternimmt, schleicht sich auf leisen Sohlen an, am besten in aller Herrgottsfrüh oder in der Abenddämmerung, wenn sonst keine Wanderer unterwegs sind. Manchmal ist sogar schon das Klicken eines Fotoapparates zu viel, weil das leiseste unbekannte Geräusch die Tiere aufschreckt. Sofort verschwinden sie dann im Dickicht des Waldes.

Tierspuren lesen
Zuerst einmal muss man die scheuen Wald- und Bergbewohner allerdings aufspüren. Dazu gibt es als Begleitpersonen entweder ausgebildete Bergwanderführer, Biologen, Jäger oder Förster. Sie können Tierspuren lesen und führen ihre Gäste zu guten Beobachtungsplätzen. Dort heisst es dann warten. Ein bisschen Geduld ist angebracht, wenn man einen kapitalen Hirsch in freier Wildbahn sehen will. Die besten Chancen bieten sich zur Zeit der Hirschbrunft, also etwa Mitte September bis Mitte Oktober. Vor allem die männlichen Tiere sind dann besser zu beobachten - die Partnersuche und das damit verbundene Imponiergehabe lassen sie unvorsichtig werden. Mit Röhren, Parallelmärschen und Revierkämpfen sorgen sie für eines der spektakulärsten Naturschauspiele der heimischen Wälder.

Wandern mit profesionellen Naturführern

Beim "Hirschlos'n" im Nationalpark Gesäuse kann man die Hirsche röhren hören und, wenn man Glück hat, auch kämpfen sehen. Und auf der "Gamswild-Pirsch" staunt man über das Klettervermögen dieser charakteristischen Hochgebirgs-Tiere. Gämsen bekommt man auf Wanderungen eher zu Gesicht als Rotwild, allerdings haben sie ein feines Gespür dafür, wenn Wanderer die Wege und Steige verlassen. Dann flüchten sie sofort. Also immer auf dem Weg bleiben, wenn man allein unterwegs ist! Die professionellen Naturführer aber kennen die Schleichpfade und wissen, wie man den Tieren nahe kommt. Wenn dann - pscht! - niemand hustet oder laut knacksend auf einen Ast tritt, bekommt man ein ganzes Rudel mit ihren Jungen beim genussvollen Äsen zu sehen.

Lesen Sie hier mehr zu den Tierbeobachtungen
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