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Osttirol: Wanderung zum höchsten Gipfel

Die Höhenwege Osttirols erschliessen dem Wanderer die wildromantische Landschaft der Ostalpen: Auf dem Glocknertreck im Nationalpark Hohe Tauern wandert man mit Packpferden auf den höchsten Berg Österreichs. Und im Virgental bieten sich spektakuläre Aussichten auf den Grossvenediger.

Auf dem Glocknertreck in Osttirol © Nationalpark Hohe Tauern/Oberlohr

Der Glocknertreck

Beim Lucknerhaus, am Ende der Kalser Glocknerstrasse, werden die Packpferde für den zweitägigen Glocknertreck beladen, semmelfarbene, trittsichere Haflinger, die am ersten Tag den Gepäckstransport übernehmen. Begleitet von erfahrenen Kalser Bergführern durchquert die Gruppe ein kleines Lärchenwäldchen, die Landschaft wandelt sich zur Hochgebirgssteppe. Man wandert – von neugierigen Murmeltieren beobachtet – über die Glorerhütte zur 2.638 Meter hoch gelegenen Salmhütte, einer der ältesten Schutzhütten der Region. Hier bleiben die Vierbeiner zurück und die Gruppe bricht nach einer Rast zur „Adlersruhe“ auf. In dieser höchstgelegenen Schutzhütte Österreichs auf 3.451 Metern Seehöhe schlägt der Glocknertreck das Nachtlager auf.

Der zweite Tag beginnt zeitig mit einem kräftigen Frühstück, Energie ist gefragt und Kalorien sind hier kein Thema. Die Luft ist dünner, der Himmel deutlich dunkler als im Tal. Über firnige Eisrücken, gut gesichert von den kundigen Begleitern, steigt die Gruppe zur Gipfelschneide des Kleinglockners. Was jetzt kommt, ist auch für nervenstarke Gemüter eine Herausforderung: Eine schmale Firnbrücke trennt den Alpinisten vom Gipfelsieg. Mit der erprobten Sicherung durch den Kalser Begleiter wird auch diese Hürde genommen und danach sind nicht nur die Strapazen vergessen. Der Alltag versinkt und was eben noch wichtig schien, ist plötzlich bedeutungslos. Solche Momente sind rar im Leben und unendlich kostbar. So ist nur der Gipfel, das Gefühl, ganz oben zu sein. 3.798 Meter – nirgendwo im Umkreis von hunderten Kilometern ist man dem Himmel so nahe.

 

Höhenwege im Virgental

Begleitet von den Pfiffen der pelzigen Murmeltiere und dem Summen der Bienen erlebt man im Osttiroler Virgental eine völlig neue Dimension des Wanderns. Sowohl auf dem Lasörling Höhenweg auf der südlich gelegenen Seite des Tals, als auch am Venediger Höhenweg an der Nordseite, kann man mehrere Tage lang in Höhen  zwischen 1.800 und 2.750 Metern dahinwandern.

Verlaufen kann man sich dabei nicht. Das gesamte Wegenetz ist gut markiert und beschildert. Ausserdem kommt man nahezu alle zwei Stunden an einer der vielen bewirtschafteten Schutzhütten vorbei, in denen man übernachten oder sich mit einem schmackhaften Picknick stärken kann.

Lasörling Höhenweg
Wer sich bei seiner Wanderung für den Lasörling Höhenweg entscheidet, macht sich zunächst zum Weg auf die Zunigalm (1.846 m) oberhalb von Matrei. Dort geniesst man die frische Bergluft so richtig bei einer zünftigen Bretteljause. Von hier aus wandert man zum Zunigsee und zur Arnitzalm (1.848 m) wandern. Für geübte und schwindelfreie Wanderer bietet sich auch die Besteigung des 2.776 m hohen „Grossen Zunig“ an. Von der Zunigalm wandert man zum malerischen Lackensee und dann zur Wetterkreuzhütte, von wo aus man zur Zupalseehütte auf 2.350 m gelangt. Von der idyllisch an einem kleinen See gelegenen Hütte hat man eine atemberaubende Sicht auf die mächtigen Gletscher des Venedigergebietes, der grössten zusammenhängenden Gletscherfläche der Ostalpen.

Weiter geht es zur Lasörling Hütte, die Ausgangspunkt für die Besteigung des 3.098 m hohen Lasörlings ist. Die nächste Hütte, die man in dieser Wanderwelt auf hohem Niveau erreicht, ist die Lasnitzenalm, von wo aus man laut Hüttenwirt, die schönste Sicht auf den Grossvenediger (3.676 m) hat. 

Durchaus anstrengend ist dann der Weg über die Scharten und Lenken zur Neuen Reichenberger Hütte am Bödensee. Doch wenn der Weg geschafft ist, macht sich eine unvergleichliche Zufriedenheit breit. Die mächtige Rötspitze als „Begleiter“ an der Seite geht es zur Clara Hütte und von dort aus entlang der faszinierenden Umbalfälle hinab ins Tal zur Pebell- und Islitzeralm (1.513 m), wo man nicht nur ausgezeichnet speisen, sondern sich auch gemütlich zurücklehnen kann.

Venediger Höhenweg
Wer den Venediger Höhenweg beschreitet, hat sich für die herbe Schönheit der Bergwelt entschieden. Die Felsen entlang der Wanderwege sind zerklüftet und steil. Auch die Hütten liegen grossteils höher als auf dem Lasörling Höhenweg auf der gegenüberliegenden Seite.
Zum Eingewöhnen eignet sich die Stabant Hütte (1.800 m), ein kleines Schloss in den Bergen. Der Aufstieg verläuft gemächlich und ist daher ideal, um sich an die Höhe zu gewöhnen. Auch die Stoan Alm und die Nilljochhütte sollten nicht im Tourenplan fehlen. Von der Nilljochhütte (1.990 m) gelangt man zur Bonn-Matreier Hütte auf 2.750 Metern Seehöhe.

Nicht viel weniger hoch oben thront die Eissee Hütte (2.521 m). Und wenn man erfahren will, wie der See zu seinem Namen kommt, so sollte man nur einmal kurz seine Füsse ins Wasser halten.

Von hier führt die Tour über das Wallhorn Törl, wo man die 3.000 Höhenmeter-Marke überschreitet, bis zum Defregger Haus auf 2.964 m. Von hier brechen die zahlreichen Venediger-Besteiger zu ihrer Bergtour auf. Man gelangt aber auch über die Johannishütte wieder talwärts.

Wer jedoch noch weitere Kleinode der Bergwelt sehen will, sollte sich auf den Weg zur Sajathütte oder zur Essener Rostocker Hütte machen. Bei letzterer bietet sich ein kleiner Abstecher zum Fuss der Dreiherrenspitze an, wo man noch einmal am Ufer des kleinen Simonysees verschnaufen kann. Um das Hüttenerlebnis abzurunden, sollte man noch einen Abstecher auf die Bodenalm machen, zu der man über einen breiten Almfahrweg bequem gelangt und in der man im Angesicht zahlreicher Berggiganten genüsslich den Almkräutersalat geniessen kann.

 

Weitere Informationen:
Höhenwege in Osttirol