
Sie schlugen vielmehr Pfade weitab von Grenzkontrollen ein. Einen solchen Schmugglerweg frequentieren jene Wanderer, die den Wasserlauf der Tiroler Ache von Kössen in der Tiroler Region Kaiserwinkl flussaufwärts bis nach Schleching im bayerischen Chiemgau verfolgen.
Der 9 Kilometer lange, ehemalige Geheimpfad weist kaum Steigungen auf und ist in einer Gehzeit von rund drei Stunden zu bewältigen. Die Tiroler Ache präsentiert sich als ungestüme Wegbegleiterin, die sich über die Jahrtausende eine 20 Meter breite Schlucht durch das Gelände bahnte. Durch die „Entenlochklamm“ geht es bis zur Hängebrücke, die sich in etwa drei Metern Höhe über das tosende Wasser spannt. Auf die abenteuerliche Flussquerung folgt der Besuch der Wallfahrtsstätte „Maria Klobenstein“. In der Sage teilte sich an diesem Ort ein riesiger herabstürzender Felsbrocken auf wundersame Weise vor einer Bäuerin. Im Schatten des Waldes gruppieren sich die Kapellen Loretto, Mariahilf und Lourdes um diesen mächtigen, „geklobenen“ (gespaltenen) Stein. In der Nähe befand sich im 18. Jahrhundert eine Eremitenbehausung. Heute lädt an diesem Fleckchen die Jausenstation Klobenstein zur Rast.
Von der Hängebrücke schlängeln sich die Serpentinen hinauf bis zur Grenze zu Bayern, die die Schmuggler einst unbemerkt zu überwinden suchten. Die Tiroler Ache immer im Blick wandern die Grenzgänger durch das Schlechinger Tal bis nach Schleching. Mit dem öffentlichen Linienbus gelangen sie wieder nach Tirol zurück zum Ausgangspunkt in Kössen.

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