Moderne Architektur in Österreich

Kunsthaus in Graz in der Steiermark © Steiermark Tourismus, Schiffer Museum der Moderne Salzburg © Simone Rosenberg MuseumsQuartier mit MUMOK und Leopold Museum © MQ/Robert Steiner Ars Electronica Center Linz © Linz Tourismus Brucknerhaus, Linz © Linz Tourismus Lentos Kunstmuseum, Linz Domenig Steinhaus in Steindorf, Kärnten © Tvb Bodensdorf Weingut Esterházy/Trausdorf, Burgenland © Esterházy Betriebe Gmbh Wolkenturm, Grafenegg/NÖ  © Philipp Horak Loisium - Besucherzentrum / Langenlois, NÖ © Loisium / Robert Herbst Innsbruck, Hungerburgbahn © Tvb Innsburck / Patrick Saringer Hangar 7 , Salzburg © Helge Kirchberger
Im Burgenland reifen die kräftigsten Rotweine und die süßesten Weißweine des Landes und die Winzer sind zu progressiven Bauherrn geworden. Viele von ihnen, wie das Weingut Esterhazy, haben kühne Bauten in die Landschaft gesetzt oder ihren Bestand höchst sensibel revitalisiert und erweitert. 

Kärnten blickt mit seinem südlichen Klima auf eine Tradition in mediterranem Bauen zurück. Villen und Badehäuser vermitteln das Flair der klassischen Sommerfrische. Heute wagt man auch Großes, wie das „Steinhaus“ von Günter Domenig am Ossiacher See, ein inzwischen weltweit bekanntes Beispiel für postmodernes, dekonstruktivistisches Bauen. Oder mit der Hypo-Alpe-Adria-Bankzentrale, wo eine ebenfalls dekonstruktivistische Konstruktion Weltoffenheit, Aufbruch und Visonen symbolisiert.
 
Niederösterreich hält eine breite Palette an architektonischen Erlebnismöglichkeiten bereit. Ein Spaziergang durch die Altstadt von Krems ist ein Zeitfenster ins Mittelalter, die Kunsthalle Krems katapultiert einen zurück in die Gegenwart. Das spektakulärste Architekturjuwel Niederösterreichs ist das „Loisium“, ein riesiges multimediales Wein-Museum mit angeschlossenem Design-Hotel. Spannung erzeugt der „Wolkenturm“ in Grafenegg. Im Kontrast mit einem Schloss im Stil des romantischen Historismus schiebt sich ein expressiv gefalteter der Pavillon in den Parkhimmel und fungiert als Skulptur, Open-Air-Bühne und Verweilort zugleich.  

Oberösterreichs
historische Ortskerne – etwa in Wels, Steyr Schärding und Gmunden – bilden den Kontrast zur Architektur der Gegenwart, wie dem Lentos Kunstmuseum am Linzer Donauufer, sowie dem markanten, futuristischen Ars Electronica Center, das mittels Leuchtdioden alle Farben spielt. Bis vor einigen Jahren war das Brucknerhaus, ein Konzerthaus aus den 1970er-Jahren, mit seinen schwebenden Konzertsälen, das erste international beachtete Gebäude der Neuzeit in Linz.
 
Salzburg wird oft als Synonym für „Barock“ verwendet, gemeint sind damit die Kirchen, Paläste und Plätze aus der Mozart-Zeit. Dass Salzburg auch andere Seiten hat, machen hervorragende Beispiele zeitgenössischer Architektur deutlich, wie das Museum der Moderne auf dem Mönchsberg oder der Hangar 7 am Salzburg Airport, die weltweit einzigartige Kombination aus Flugzeug-Hangar, Kunstgalerie, Gastronomie und Erlebnisbereich. 

In der Steiermark war und ist eine der lebendigsten Architekturszenen Österreichs am Werk, heute bekannt als „Grazer Schule“. Weil auch Stadtplaner vom Geist der Grazer Schule geprägt sind, präsentiert sich  das  Kunsthaus, auch Friendly Alien“ genannt, der britischen Architekten Cook und Fournier als Wirklichkeit gewordene Vision. Das Kunsthaus oder Vito Acconcis Insel in der Mur sind klare Statements für die Machbarkeit einer bislang nur geträumten Architektur.  

Das bergige Vorarlberg hat sich in den letzten Jahren zu einem wahren Magnet für Architektur-Interessierte entwickelt. In den letzten vierzig Jahren entstand hier eine unübersehbare Dichte an archtitektonisch interessanten Alltagsbauten. Seit den 1990-er Jahren wird dem „Ländle“ in der europäischen Fachwelt viel Aufmerksamkeit zuteil. Die frühe Konzentration auf nachhaltiges Bauen brachte Vorarlberg in der Baukultur zudem einen Entwicklungsvorsprung ein. Der sparsame Umgang mit den Ressourcen, einfache, konstruktiv gedachte Grundrisse und Materialien zeichnen die zeitgenössischen Bauten aus, bilden aber auch das Bindeglied zur Tradition.
Moderne Architektur in Vorarlberg 


Die meisten architektonisch spannenden Gebäude Tirols widmen sich den Besuchern des Landes am Inn. So zum Beispiel die Bergisel-Sprungschanze von Zaha Hadid, die mittlerweile als „Leuchtturm von Innsbruck“ gilt. Besucher können auf den Turmkopf fahren und eine einzigartige Aussicht über das Inntal genießen. Dass Tirol großen Wert auf anspruchsvolle Architektur legt, führen auch die neue Hungerburgbahn in Innsbruck oder die vielfach ausgezeichneten Filialen der MPreis-Supermärkte überzeugend vor Augen. 

Wien
hat ein so intaktes historisches Stadtbild wie kaum sonst eine Stadt – für neue Architektur eine umso größere Herausforderung, weil sie in Dialog mit der historischen Substanz tritt. Die Skyline Donaucity oder das MuseumsQuartier führen aber eindrucksvoll vor Augen, dass der Sprung ins 21. Jahrhundert geglückt ist. Spezifisch ist in Wien auch die Kultur des Um- und Ausbauens alter Bausubstanz – so entstanden innenarchitektonische Glanzpunkte, die inzwischen weltweit als trendbestimmend gelten. 
 
 

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