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Ferien für die Seele

Die Konzentration auf die Seele kommt im hektischen und lauten Alltag oft zu kurz. Angesagt ist daher das Gegenkonzept: Ruhe, Entschleunigung und innere Einkehr. Immer mehr Gäste brechen auf, um sich selbst zu finden, ob bei einer Auszeit im Kloster, auf einem Pilgerweg oder anderen Möglichkeiten der Meditation.

Jakobsweg von Au nach Lofer © SalzburgerLand Tourismus
Ferien im Kloster
Mönch auf Zeit: In der Abgeschiedenheit des Klosters, im Rhythmus des spirituell geprägten Alltags, lässt man die Welt einfach hinter sich. Das Seminarzentrum Kloster Pernegg im niederösterreichischen Waldviertel ist auf Stille spezialisiert. Unter anderem gehen die Gäste hier den 5 Kilometer langen "Weg zur Stille" mit Stationen zum Innehalten wie der Ruine der Nikolaikapelle, dem Rednerpult, dem Kräuterlabyrinth oder dem philosophischen Garten. Einen anderen Pfad zur inneren Einkehr stellen die verschiedensten Variationen von Fastenkursen dar, die ganzjährig angeboten werden.

Mit Kneippen, heisst es, lassen sich Körper und Seele in Einklang bringen. Oberösterreichs Kneipp Traditionshäuser Aspach, Bad Mühllacken und Bad Kreuzen befinden sich unter der Obhut der Marienschwestern vom Karmel. Die Kurgäste dürfen sich ebenso fachkundig wie spirituell betreut fühlen. So liegt etwa der Schwerpunkt des Kneipp Traditionshaus Aspach auf Entspannen und Loslassen. Unter anderem bietet die zertifizierte Pilgerwegbegleiterin Schwester Emmanuela gemeinsame Wanderungen oder Nordic Walking-Touren an. Im Kloster Wernberg nahe Villach in Kärnten leben die "Missionsschwestern vom Kostbaren Blut". Die liebenswürdigen Ordensfrauen betreiben eine Landwirtschaft, einen Klosterladen, eine Paramentstickerei, eine Hostienbäckerei und eine Gästepension. Wer hier im ehrwürdigen Klostergebäude Quartier nimmt, kann Gemeinschaftsgefühl im Kloster beim gemeinsamen Singen und Beten erfahren. Auf den Tisch kommen natürlich die Köstlichkeiten aus der klösterlichen Produktion.

Pilgerwandern in Österreich

Pilgern heisst Meditieren beim Gehen, buchstäblich himmlische Ruhe finden. Österreichs traditionsreiche und neue Pilgerwege mitsamt ihren Bezügen zur religiösen Kultur erleben eine Renaissance. Die Via Sacra ist Österreichs älteste Pilgerroute. Der heilige Weg beginnt vor den Toren Wiens und führt durch den Wienerwald, die Wiener Alpen und das Mostviertel nach Mariazell. „Pilger-Arrangements“, buchbar bei Mostviertel Tourismus, inkludieren Nächtigungen bei Via Sacra-Gastgebern, Routenbeschreibungen und Kartenmaterial.

Aber nicht alle Pilgerwege führen nach Mariazell. Auf dem steirischen Hemma-Pilgerweg gehen Wallfahrer bis nach Gurk in Kärnten, in dessen Domkrypta die heilige Hemma beigesetzt ist. Seinen Ausgangspunkt nimmt der Pilgerweg am ältesten Stift der Steiermark in Admont. Der siebentägige Marsch in den Süden führt über 163 Kilometer vorbei an Natur- und Kulturschönheiten. Der 1.200 Kilometer lange Arnoweg umrundet in 63 Etappen das SalzburgerLand. Zu den Höhepunkten zählen die Wallfahrtskirchen Maria Kirchenthal, Maria Alm und St. Leonhard bei Tamsweg, die Krimmler Wasserfälle oder das Zittelhaus auf dem Sonnblick, mit 3.106 Metern der höchste Punkt der Route. Zahlreiche Einstiegspunkte ermöglichen auch gemütliche Tages- und Mehrtagestouren.

Die Via Nova ist der jüngste europäische Pilgerweg. Sie reicht von Niederbayern nach St. Wolfgang im Salzkammergut. Spirituelle Erfahrungen, landschaftliche und kulinarische Reize reihen sich entlang der 280 Kilometer langen Gesamtstrecke aneinander. Besonders empfehlenswert ist das Teilstück durch das Salzburger Seenland vorbei am Stift Mattsee, das im Stiftskeller mit hauseigenem Wein und Köstlichkeiten zur Einkehr lädt, bis zum Wolfgangsee.
Santiago de Compostela in Spanien, das trendigste unter den europäischen Pilgerzielen lässt sich bereits ab Österreich ansteuern. Der mittelalterliche österreichische Jakobsweg führt von Bratislava in der Slowakei in 28 Etappen nach Feldkirch in Vorarlberg. Der Fussweg verbindet als uralte Hauptroute durch Österreich die Städte Wien, Linz, Salzburg und Innsbruck.

Ferien für die Seele

Die Seele frei schwingen lassen und Stille finden ist auch ohne spirituellen Rahmen möglich. Ab Sommer 2010 können Besucher den Klangraum Stein begehen, einen künstlerisch gestalteten Weg zur Echowand in Sonntag-Stein im vorarlbergischen Grossen Walsertal. Der "Klangraum" besteht aus vier Akustikinstallationen und Pavillons, die Klang und Natur thematisieren. Die Künstlergruppe "stadtpark" aus Wien legte bei der Inszenierung Wert auf die Wahrnehmbarkeit der Stille.

Das Hotel Hochschober auf der Kärntner Turracher Höhe bringt durch einen Yoga-Schwerpunkt Harmonie auf den Berg. Im Juni und Juli unterrichtet wöchentlich ein anderer international tätiger Trainer eine der vielen Yoga-Varianten. Die Lehrer bieten täglich drei Übungseinheiten an, wenn möglich, draussen in der Natur, etwa am "Kraftplatz am Grünsee" oder beim Hochschober Chinaturm.

Aus der Yogalehre sind die 5 Tibeter, eine Abfolge von Bewegungen, bekannt. In der Heiltherme Bad Waltersdorf hat man nun ein medizinisch fundiertes, steirisches Pendant dazu entwickelt: "die sieben Steirerinnen". Die Abfolge setzt sich aus einfachen, wohltuenden Übungen zusammen: "Quelle", "Adler", "steirische Eiche", "Sterz", "Mur", "Kürbis" und "Dachstein". Wer will, kann als achte Zusatzübung einen Schuhplattler folgen lassen.

Lithopunktur ist die Kennzeichnung von geomantischen Energieplätzen mittels Steinen. Eine solche "Akupunktur der Landschaft" gibt es neuerdings auf dem Themenweg Wasser und Fels im Gasteinertal. Punktgenau auf sieben Energiezentren entlang der Gasteiner Ache gesetzt sollen Steinskulpturen Kraft bündeln und andererseits die Linie zwischen den Energieplätzen symbolisieren.