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Alpine Meditation

Österreich einmal anders. Klare Luft, frisches Wasser, überall grün und das Sonnengebet. Yoga und Meditation umgeben von hohen Berggipfeln, das sind Ferien einmal ganz anders. Und bringt Erholung für Körper, Geist und Seele.

Sonnenuntergang in Tirol
Yoga und Meditation, umgeben von hohen Berggipfeln
Es ist vollkommen ungewohnt, gleich am ersten Ferientag im Morgengrauen aufzustehen. Um fünf vor sechs Uhr zwitschern die ersten Vögel und schnell, schnell zieht man sich Gymnastikhose und T-Shirt über und huscht in den grossen Übungsraum im Erdgeschoss. Im fahlen Licht des Morgens warten schon ein paar andere. Schweigend sitzt jeder auf seiner Matte, manche in
Sukhasana, dem Schneidersitz, einer Yoga-Stellung, die glücklich machen soll. Die meisten haben die Augen geschlossen und hören in sich hinein.

Um sechs Uhr früh beginnt im Sivandanda-Yogazentrum in Reith in Tirol das morgendliche Ritual. Zuerst mit Atemübungen, dann werden Mantras gesungen und schliesslich kommt man zu den Körperübungen. Die angenehme Stimme des Lehrers sagt die einzelnen Stellungen an und gibt wichtige Hinweise zur korrekten Ausführung. Und während sich jeder im Raum nun dehnt, streckt und räkelt, beginnt das Blut in den Adern zu pumpen. Draussen geht gerade die Sonne über den Tiroler Bergen auf. 

Yoga stammt aus Indien und alle Yogis, die etwas auf sich halten, haben dort ihren ganz persönlichen Guru. Dass Yoga aber nicht nur in staubiger Hitze, sondern vor allem in klarer Bergluft seine besondere Wirkung entfaltet, wissen alle, die das einmal ausprobiert haben. Wenn das Wetter gut ist, wird hier in Reith im Freien geübt. Die Bergluft ist würzig, die Wiesen saftig grün und die Bienen summen. 

Yoga und Wandern
Auch bei Hans Daucher, einem selbständigen Yoga-Lehrer, kann man mehrmals jährlich an "full time" Yoga-Seminaren teilnehmen. Dabei kombiniert er im Frühling, Sommer und Herbst Yoga mit Wandern, im Winter mit Langlaufen. Für den Yoga-Part, zwei mal 90 Minuten am Tag, hat er ein eigenes Programm entwickelt. Im Laufe einer Woche arbeitet er die sieben Chakren des Körpers durch, jeden Tag ein neues. Chakren sind die Energie-Zentren in Becken, Nabel, Herz, Hals und Stirn. Jedes davon steht für andere Elemente und Eigenschaften, die man während des Tages dann in der Natur reflektiert. Das 2. Chakra beispielsweise ist dem Element Wasser zugeordnet. Bei „Yoga & Wandern“ steht an diesem Tag die Möglichkeit zum Bad im Fluss auf dem Programm.

Leben nach buddhistischen Traditionen
Mitten in den österreichischen Alpen gibt es aber auch Orte, an streng denen nach buddhistischen Traditionen gelebt wird. Zum Beispiel in Puregg in Dienten am Hochkönig im Salzburger Land. Abgeschieden, auf 1.300 Meter, liegt hier an einem prachtvollen Sonnenhang ein alter Bauernhof. Gänzlich ohne Stromanschluss wird hier pures klösterliches Leben praktiziert. Die Gäste sind in Mehrbettzimmern untergebracht, wer will, stehtum 5:30 Uhr auf, sitzt und meditiert wie die buddhistischen Mönche. Die tägliche Hausarbeit wird gemeinsam erledigt, um 7.30 Uhr gibt es Frühstück, das schweigend eingenommen wird. Überhaupt wird wenig geredet, dafür gibt es viel Zeit, um buddhistische Texte zu studieren, zu lesen und das Bergpanorama zu geniessen. Am Vormittag wird die Gartenarbeit erledigt und vieles von dem, was hier gemeinsam gekocht wird, im hauseigenen Garten geerntet. So paradox es klingt: Schon allein der strenge Tagesablauf, das karge Leben und die Konzentration auf sich selbst, geben den Gästen hier neuen, inneren Halt. Für manche ein Grund, immer wiederzukehren. 
 

Qui Gong und Jodeln
Nicht in alpinen Regionen, sondern in einer lieblichen Märchenlandschaft wird im niederösterreichischen Mostviertel nach ähnlichen Prinzipien gelebt. Im buddhistischen Zentrum in Scheibbs werden das ganze Jahr über Seminare angeboten. Auch hier wird seit 1975 nach klösterlichen Prinzipien gelebt. Wöchentlich finden wechselnde Kurse statt, die Interessierten das breite Spektrum verschiedener Meditationstechniken erschliessen. Dabei sind "Qi Gong und Jodeln" die wohl exotischste Workshop-Variante.
Wer es im weniger buddhistisch, dafür eher yogisch mag, kann im Waldviertel im Kloster Pernegg passende Kurse für die unterschiedlichsten Yoga-Stile finden.

Der gemeinsame Nenner all dieser Angebote: Nach einer Woche ohne Hektik und Stress, einem Leben ohne Alkohol und Zigaretten, vegetarischem Essen, viel Bewegung und frühem Schlafengehen passiert etwas Einzigartiges: Es ist ein Körpergefühl, das man lange nicht erlebt hat.