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Kraftquell Moor

Sie liegen inmitten unberührter Natur. Zwischen Bergen und Wäldern, die so mystische Namen wie Nebelstein und Nordwald tragen. Und sagenumwoben mystisch – das sind auch sie selbst: die vielen urtümlichen Hoch- und Niedermoore, die sich in Österreich seit der Eiszeit erhalten haben.

Moorlandschaft Neydharting © 2006 Heilmoorbad Neydharting GmbH
Entstanden aus kleinen Gletscherseen, genährt von sauberer Luft und frischem Wasser, konnten sich im Moor über die Jahrtausende hinweg Heilkräuter, Pollen und Blüten ansammeln - frei von Bakterien, die im verfilzten, feinen Wurzelwerk der Torfmoose keine Lebensbedingungen vorfanden. Dafür bildeten sich wertvolle Inhaltsstoffe wie Huminsäure, Spurenelemente, Kieselsäuren und ätherische Öle. Natürlich ist Moor nicht gleich Moor. In Österreich überprüft die bundesstaatliche Anstalt für experimentell-pharmakologische Untersuchungen genau, welches Moor für Heilzwecke eingesetzt werden darf, wobei die österreichischen Moore im Hinblick auf wertvolle Inhaltsstoffe im internationalen Vergleich im Spitzenfeld liegen.

Es ist daher kein Wunder, dass die Moorforschung in Österreich eine fast ebenso lange Tradition hat wie die Moorbadekultur selbst, deren historische Wurzeln bis in die Zeit von Paracelsus, dem großen Mediziner des Mittelalters reichen, der eine strapaziöse Reise in das - um 1500 schon alteingesessene - Kurbad Neydharting auf sich nahm, um sich selbst von der Wirkung der "Quinta essentia", wie er das Moor nannte, zu überzeugen.

Noch heute zählt das Moorbad Neydharting zu den bekanntesten Moorbädern Österreichs und ganz im Sinne Paracelsus' wird hier, ebenso wie in praktisch allen anderen Moorbädern, ein ganzheitlicher medizinischer Ansatz gelebt, wird Wert auf eine gesunde Balance zwischen überliefertem Wissen und moderner Wissenschaft gelegt. Neben Moor- und anderen medizinisch-therapeutischen Behandlungen findet man ein breites Angebotsspektrum von asiatischen und europäischen Entspannungs- und Bewegungstechniken bis hin zu Ernährungsberatung und bewusster Lebensumstellung.

Eine Moorbadekur bedeutet für den Körper immer auch eine gründliche Entschlackung. Stoffwechselgifte werden schneller ausgeschieden, während die natürlichen Heilstoffe über die Poren der Haut in den Körper dringen. Der gesamte Organismus wird umgestellt, ein Zuviel oder Zuwenig wird ausgeglichen, Nerven, Kreislauf und Immunabwehr werden gestärkt. Das körperliche und geistige Wohlbefinden bewirkt Entspannung und Genesung.

Diesem Umstand tragen die österreichischen Moorbäder zusätzlich Rechnung: Neben dem klassischen Kurbetrieb setzt man auf gesundheitsbewusste Erholungssuchende, die Körper und Seele in Einklang bringen wollen.

Aber Österreichs Moore haben auch für all jene etwas zu bieten, die keinen klassischen Aufenthalt in einem Heilbad suchen. Zahlreiche natürliche Moorteiche und -seen, wie zum Beispiel der romantische Holzöstersee - übrigens der wärmste Moorsee der Alpen - laden zu einem besonders entspannenden Badevergnügen für Jung und Alt ein. Für Familien mit Kindern bietet sich auch der Urlaub in einem Innviertler Moorbauernhof an. Ruhig und idyllisch gelegen, gibt es hier viele Tiere zu bewundern und zu streicheln. Und natürlich gilt es, das faszinierende Moor gründlich zu erforschen. Dazu bieten Wald- und Moorlehrpfade hier ebenso Gelegenheit wie einer der zahlreichen Naturparks, die in Österreich rund um Moorlandschaften zu finden sind, wie etwa der in "Hochmoor-Gemeindeau", nahe Heidenreichstein, im herrlich rauen Waldviertel.

Moorgebiete sind einzigartige Naturjuwele, geheimnisvolle Orte der Kraft, um die sich seit Jahrhunderten zahllose Legenden ranken, die von tückischem Sumpfgebiet, verwunschenem Heideland und wundersamer Heilung erzählen.