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Süße Reise durch Österreich

Apfelstrudel, Mohnknödel, Salzburger Nockerln oder Linzer Torte: Österreichs weltberühmte Mehlspeisen lassen sich bei einem Streifzug durch Kaffeehäuser, Konditoreien und Restaurants landauf landab vernaschen und sind immer eine Sünde wert.

Salzburger Nockerl © Tourismus Salzburg GmbH

Burgenland: Hochzeitsbäckerei in Badersdorf
Wenn die Burgenländer nach traditionellem Brauch Hochzeit feiern, lässt sich eine süße Gepflogenheit beobachten: Bei Trauungen erhalten alle Gäste ein sogenanntes „Bschoat-Pinkerl“, ein Paket voller süßer Köstlichkeiten. Früher kamen die Frauen beider Familien dazu im Haus der zukünftigen Braut zusammen, um unter Anleitung einer professionellen Hochzeitsbäckerin wochenlang Kekse zu backen – genug, um die ganze Hochzeitsgesellschaft damit zu versorgen. Zwar wird heute kaum noch selbst gebacken, doch wie früher gilt: Je aufwändiger und größer das „Bschoat-Pinkerl“, desto schöner bleibt die Hochzeit in Erinnerung.
Die Hochzeitsbäckerinnen, die früher von einer Vermählung zur anderen zogen, bewahrten ein einzigartiges Repertoire an Rezepten und organisierten die kollektive Bäckerei überaus gekonnt. Denn Hochzeitsbäckerei muss nicht nur exzellent schmecken, sondern auch optisch beeindrucken. Eine der wenigen Hochzeitsbäckerinnen, die diese Kunst noch beherrschen und „Bschoat-Pinkerl“ zum Verkauf anbieten, lebt in Badersdorf: Mit einer 15-köpfigen Mannschaft stellt Aloisia Bischof in ihrer „Mehlspeiskuchl“ täglich 200 Kilogramm Kekse her. Wer von den Husarenkrapferln, Nussstangerln und Vanillekipferln naschen möchte, stattet Aloisia's Mehlspeiskuchl & Kaffeestub'n einen Besuch ab.
Aloisia's Mehlspeiskuchl & Kaffeestub'n

Niederösterreich: Geschichte(n) der  Mehlspeise
Gleichsam als Dessert zur Niederösterreichischen Landesaustellung „Brot & Wein“ präsentiert das Museumszentrum Mistelbach unter dem Motto „Süße Lust“ eine Schau zur kulinarischen Erfolgsgeschichte der österreichischen Mehlspeisküche. Die Zutaten: rund sechshundert Exponate aus zwei Jahrtausenden, garniert mit Anekdoten und Hintergrundinformationen, die von der Vergiftung unliebsamer Barockprälaten durch verführerische „Apfelküchle“ genauso erzählt wie von den Mehlspeisvorlieben Beethovens, Haydns und Monets.
Besucher erhalten Einblick in die Geschichte von Esterhazyschnitte, Radetzkytorte und Co. und erfahren, wie die heimischen Süßspeisen von anderen Kulturen beeinflusst wurden. Die Schau verdeutlicht außerdem, dass Mehlspeisen  nicht nur den Gaumen, sondern seit jeher auch die Augen begeistern: Schon die alten Römer hatten ihre Food-Designer, die Kuchen mit kunstvollen Reliefs buken.
Die süße Schau ist bis 3. November 2013, jeweils von Dienstag bis  Sonntag zu sehen. Außerdem wartet Mistelbach mit einem bunten Rahmenprogramm zum Thema „Süße Lust“ auf – etwa dem Weltrekordversuch rund um das größte Punschkrapferl der Welt am 1. Mai, einem Gugelhupfwettbewerb und Workshops zum Thema Backen.
MZM Museumszentrum Mistelbach

Salzburg: von Salzburgs süßen Schätzen
Im Jahr 1890, als der Komponist Wolfgang Amadeus Mozart noch am Anfang seiner Karriere stand, erfand der Salzburger Konditormeister Paul Fürst eine Praline namens „Mozartkugel“: Das grüne Pistazienmarzipan, umhüllt von feinem Nougat und getunkt in dunkle Kuvertüre, wurde nach dem Zweiten Weltkrieg millionenfach produziert, in die ganze Welt exportiert und erlangte so internationalen Ruhm. Das Original gibt´s aber nur an den vier Standorten der Konditorei Fürst in Salzburg, denn die „Original Salzburger Mozartkugel“ ist bis heute eine handwerklich hergestellte Spezialität ohne künstliche Zusatzstoffe und Konservierungsmittel, die beschränkt haltbar und daher nicht für den Verkauf im Supermarkt geeignet ist.
Doch die Mozartkugel ist nur einer der süßen Schätze, die Salzburg zu bieten hat. „Süß wie die Liebe und zart wie ein Kuss... ein himmlischer Gruß...“ schwärmte schon Fred Raymond in seinem schwungvollem Operettenklassiker „Saison in Salzburg“ über die Salzburger Nockerln: Blieb das Dessert im 19. Jahrhundert noch dem Bürgertum vorbehalten, hat sich die luftige Köstlichkeit in den Gaststätten weit über Salzburg hinaus einen festen Platz auf der Speisekarte erobert. Serviert werden die himmlisch zarten Nockerln in Form eines Gebirges mit drei Nocken, sie repräsentieren die drei Salzburger Stadtberge Kapuzinerberg, Mönchsberg und Rainberg.
Tourismus Salzburg

Niederösterreich: Mohnspezialitäten im Waldviertel
Wenn sich die Landschaft im niederösterreichischen Waldviertel im Juli in ein Blütenmeer in Rot und Weiß verwandelt, ist es soweit: Auf einer Fläche von insgesamt 200 Hektar reift der Graumohn. Dass auch die Gäste in der Region aufblühen, dafür sorgt die „Reise ins Mohnland“ entweder im Waldviertler Mohnhotel in Moidrams bei Zwettl oder in der Restaurant-Pension Seewolf in Gutenbrunn bei Edlesberg mit einem umfassenden Programm auf den Spuren des Mohns.
Da geht´s beispielsweise entlang des Mohnlehrpfads im Mohndorf Armschlag, wo sich die Gäste über den Anbau und die Verarbeitung des „grauen Goldes“ des Waldviertels informieren. Am Mohnstrudel-Wanderweg bestaunen Besucher auf Schaufeldern und in den Bauerngärten die verschiedenen Sorten: den gelb- und weißblühenden Alpenmohn, den Islandmohn mit seinen gelborangen Blütenblättern, den Orientalischen Mohn mit weißen und dunkelvioletten Blüten und den Waldviertler Graumohn, dessen schmackhaften Samen nach ihrer Ernte Eingang in herzhafte „Taschkerl“, Zelten, Knödel und in den Strudel finden. Die Gäste lernen den Mohn bei einer süßen Mohnjause und einem 4-gängigem Mohnmenü von seiner süßen, aber auch von seiner pikanten Seite kennen.
Waldviertel Tourismus

Oberösterreich: der Linzer Torte auf der Spur
Sie gilt als älteste bekannte Torte der Welt und erfreut sich bis heute ungebrochener Beliebtheit: Die Linzer Torte. Das älteste Rezept – heute in der Stiftsbücherei Admont verwahrt – stammt aus der Feder eines Unbekannten, festgehalten in einem Kochbuch aus dem Jahr 1653, das gleich vier verschiedene Rezepte zur Linzer Torte beinhaltet.
Wer die Linzer Torte probieren und ihre Rezeptur genauer unter die Lupe nehmen möchte, hat in Linz vielerorts Gelegenheit dazu: Bei Back-Events in den Linzer Schaubackstuben lässt sich die Herstellung der Köstlichkeit in der Gruppe erlernen, etwa in der k.u.k. Hofbäckerei Rath, in der Bäckerei-Konditorei Hofmann oder in der Schaubackstube der Konditorei Jindrak, die auch das „Linzer Backdiplom“ verleiht. Naschkatzen, die sich lieber allein im Backen versuchen und Variationen des Klassikers kennenlernen möchten, schlagen im neuen Kochbuch „Linzerische Torten auf andere Art“ der Linzer Torten-Expertin Waltraud Faißner nach, das seit November 2012 im Handel ist.
Linz Tourismus

Steiermark: Zirben-Pralinen aus Meisterhand
Die Aromen des Waldes in Kugeln gefüllt: In seiner Konfiserie im steirischen Obdach stellt Josef Kern einzigartige Schokoladenkreationen her, die er seiner Heimat, dem Zirbenland, widmet. Dazu vereint er etwa den herb-harzigen Geschmack der regionalen Spezialität „Zirberl“ – aus grünen Zirbenzapfen gewonnenem Schnaps – mit zarter, dunkler Schokolade, einem Schuss Obers und Honig vom heimischen Imker und rollt sie mit flinken Händen zu feinen „Zirbenkugeln“.
Mit einer rassig-holzigen Note präsentieren sich auch die „Lärchen-Schokokugeln“, die ihren außergewöhnlichen Geschmack dem feinen Edelbrand „Lärcherl“ verdanken. Die Köstlichkeiten mit dem besonderen Aroma können in Kerns Konfiserie in Obdach, aber auch in Graz bei „Linzbichler Süßwaren“ am Franziskanerplatz verkostet werden.
Konfiserie Josef Kern

Wien: kaiserliche Backkunst im Café Residenz
Wem beim Besuch des Schönbrunner Schlossgartens der Duft frisch gebackenen Apfelstrudels in die Nase steigt, sollte einen Abstecher ins Café Residenz machen: Bei den Apfelstrudel-Shows in der Schaubackstube bereiten die Bäcker zusammen mit den Gästen die „kaiserliche“ Mehlspeise zu, die schon Maria Theresia auf Schloss Schönbrunn genoss. Mit flinken Händen ziehen die Patissiers den Teig hauchdünn aus und füllen ihn mit frischen, saftigen Äpfeln, Zimt, Rosinen und Zucker. Im eleganten Ambiente der ehemaligen Hofbackstube lassen sich Besucher die ofenfrische Spezialität schmecken. Und mit dem Rezept, das die Besucher von der Show mitnehmen, gelingt die süße Köstlichkeit auch zu Hause. Die 15- bis 20-minütige Show findet von März bis Oktober täglich von 10.00 bis 17.00 Uhr jeweils zur vollen Stunde statt.
Wer seine Strudel-Künste perfektionieren möchte, meldet sich für ein Apfelstrudelseminar an: Da bereiten die Besucher unter Anleitung der Profis den Strudel selbst zu und dürfen sich im Anschluss – dank Diploms – weltweit als echte „Wiener Apfelstrudelbäcker“ bezeichnen. Das Seminar dauert rund eine Stunde, für Backzeit ist eine zusätzliche Stunde einzuplanen.
Café Residenz

Tirol: edle Schokolade aus der Konditorei Haag
Die Milch der alten und seltenen Rinderrasse „Grauvieh“ ist von besonderer Qualität, sie enthält mehr Omega-3-Fettsäuren, Mineralstoffe und Vitamine als herkömmliche Kuhmilch und hat ein besonders feines Aroma. Die Traditionskonditorei Haag in Landeck in Tirol macht sich die Vorzüge der Grauvieh-Milch von den umliegenden Almen zunutze: In Kombination mit  erlesenen Zutaten wie Bergminze, Alpenrosenhonig, Preiselbeeren und regionalen Edelbränden stellt Hansjörg Haag unter der Marke „Tiroler Edle“ eine Palette aus 46 Schokoladen-Spezialitäten her. Einzig die Kakaofrüchte stammen nicht aus der Region Tirol West.
Hansjörg Haag hat die hohe Kunst der Schokoladenmanufaktur in der Schweiz erlernt und mit Mut, Spürsinn und tausenden Versuchen perfektioniert. Um die Köstlichkeit herzustellen, bedarf es jeder Menge Handarbeit und Fingerspitzengefühl, denn der Fettgehalt der Milch schwankt je nach Vegetation, Witterung und Jahreszeit zwischen 32 und 38 Prozent, was sich auf die Festigkeit der Schokolade auswirkt. Längst hat er sich mit seinen Kreationen in der internationalen „Schoko-Szene“ einen Namen gemacht. Die handgeschöpften Köstlichkeiten gibt es direkt in der Konditorei zu kaufen und im Internet zu bestellen.
Konditorei Haag


Kulinarische Spezialitäten aus Österreich