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Blüten, Früchte, Gaumenfreuden

Nicht nur in Japan ist die Kirschblüte ein festliches Ereignis, auch in Österreich werden im Frühling blühende Landschaften gefeiert. Ab dem Sommer können die Früchte dann pur oder veredelt genossen werden – als Marmelade, Chutney, Saft, Most, oder Schnaps.

Mohnblumen © Österreich Werbung / Wiesenhofer
Wachauer Marillen
Wenn Anfang April die Bäume nach und nach zu blühen beginnen, ist der eigentlich aus China stammende Marillenbaum einer der ersten. Er gedeiht vor allem in der Wachau, entlang der Donau. 100.000 weißblühende Marillenbäume prägen dann das Landschaftsbild und verbreiten ihren feinen Duft. Dass hier Marillen wachsen, liegt am pannonischen Klimaeinfluss, der in der kalten Jahreszeit die Temperaturen so mildert, dass die Marillenbäume keinen Schaden nehmen.

Eine Reise durch die Wachau ist aber zu jeder Jahreszeit ein besonderes Erlebnis: Mit dem Rad erschließt sich die Landschaft entlang der Donau besonders gut. Will man mehr über die Marille wissen, spaziert man vom Weinhof Aufreiter in Angern den "Wachauer Marillen Erlebnisweg" entlang. Wer lieber mit dem Schiff fährt, bucht eine Wachaurundfahrt von Krems aus (April und Oktober: jeweils Donnerstag bis Sonntag). Schon ab Juli locken überall hausgemachte Marillenknödel, Marillenmarmelade, Marillenbrand und -likör oder prickelnder Marillensekt.

Kirschblütenweg
Wenige Tage nach der Marillenblüte beginnen auch die Kirschbäume der Leithaberg-Region im nördlichen Burgenland weiß zu erstrahlen. Mittlerweile sind es über 15 Sorten, die rund um Donnerskirchen, Purbach, Breitenbrunn, Winden und Jois angebaut werden. Von der Anhöhe der Wehrkirche in Donnerskirchen aus hat man einen besonders schönen Blick auf die blühenden Bäume. Hier beginnt auch der ca.1 ½-stündige Kirschblütenweg, der beim Heurigen Schemitz endet - und hier wird die Kirschblüte von Mai bis Juni auch gebührend gefeiert.

Apfelblüte und Apfelschnaps
Eindeutig die beliebteste Frucht der Österreicher ist der Apfel. Jeder Österreicher verzehrt pro Jahr durchschnittlich 28 Kilo davon. Anbaugebiete sind die Oststeiermark, die Bucklige Welt, das Lavanttal, die Gegend um Bramberg, das Tiroler Oberinntal sowie die Umgebung von Kukmirn im Burgenland. Im April prägt die Apfelblüte dort das Landschaftsbild. Im Herbst beginnt Ernte und Weiterverarbei­tung. Die meisten Gasthöfe setzen dann auch das eine oder andere Apfelgericht auf ihre Speisekarte: Da findet sich dann Apfelhendl, Apfel-Kaninchen-Terrine und natürlich der klassische Apfelstrudel. Auf der Getränkekarte begegnen einem Apfelschaumwein, Edelbrand, Likör und der beliebte Most, wobei jedes Jahr im Kärntner Lavanttal eine eigene Mostmesse stattfindet.

Den besten Apfelschnaps, den oststeirischen "Abakus", brennen unbestritten die "Apfelmänner". 23 Männer in dunklen Mönchskutten stellen diesen Edelbrand nach einem uralten Ritual her. Wie genau seine Erzeugung vor sich geht, ist ein gut gehütetes Geheimnis. Bekannt ist nur, dass jedes Jahr genau 1.444 Flaschen mit dem "Abakus" gefüllt und zum Preis von 104,44 Euro pro Stück verkauft werden.

Waldviertler Mohnfelder
Wer sich im Frühjahr an den Blüten von Marille, Kirsche, Apfel oder Birne noch nicht satt gesehen hat, kann sich im Juli über die bunten Mohnfelder des Waldviertels freuen: In Gelb-Orange, Lila, Weiß, Rot und Dunkelviolett leuchten sie um die Wette. Außerdem wird der weiß-lila-rote Waldviertler Graumohn auch zu zahlreichen Köstlichkeiten verarbeitet - zu Knödeln, Zelten (flachgedrückten Knödeln), Strudeln, Nudeln oder Tatschkerln. Und im Mohndorf Armschlag kann man sich von Kopf bis Fuß auf Mohn einstellen: Von der "Mohnamour-Speisekarte" bis zur Nächtigung im "Mohnappartment" lässt sich uneingeschränkt der Mohn-Leidenschaft frönen.