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Der Weg des Weins

Weinkultur bedeutet viel mehr, als nur guten Wein zu trinken: Besuchen Sie Weingüter, Kellergassen, Erlebniswelten und Weinseminare, um die Wahrheit im Wein theoretisch und praktisch herauszufinden.

Weingarten Gumpoldskirchen
Seit zwei Jahrzehnten hat sich Wein aus Österreich beharrlich zu immer besserer Qualität entwickelt. Mit dem Ergebnis, dass heimischer Wein, sei es nun Grüner Veltliner aus Niederösterreich, steirischer Sauvignon Blanc oder Blaufränkisch aus dem Mittelburgenland, selbst in Tokio oder New York zum Geheimtipp wurde. Wer in Österreich Urlaub macht, hat die Gelegenheit, dem Wein noch näher zu kommen. Wie immer führen viele Wege zum Ziel.

Besuch beim Winzer

Der gemütlichste, aber bestimmt nicht langweiligste Weg: Ein Besuch beim Winzer. Österreichische Weingüter sind fast immer Familienbetriebe und zeichnen sich oft auch optisch durch eine Besonderheit aus: Durch ihren großen Mut zu moderner Architektur. Ob ganz im Süden der Steiermark oder in kleinen burgenländischen Dörfern: Was die Winzerinnen und Winzer da auf die (Beton-)Beine gestellt haben, kann sich sehen lassen. Logisch, dass in den neuen (und alten) Weinkellern und Verkostungsräumen Gäste gern gesehen sind. Bei Voranmeldung führt meist sogar der Winzer oder die Winzerin persönlich durch Produktion und Keller. Eine Weinprobe im Anschluss an eine Betriebsführung ist selbstverständlich. Ausgezeichnete Restaurants sind übrigens in allen Weingegenden zu finden, Genuss hört schließlich nicht beim Wein auf. Hilfreich sind dabei die Auskünfte der Winzer selbst oder die Suche in einem der bekannten Restaurantführer.

Viele kleine und große Keller

Wem ein Keller nicht genug ist, der wird in allen Weingebieten Österreichs unter der Erde fündig: Sowohl Kellergassen in Niederösterreich, in denen nahezu laufend Veranstaltungen stattfinden, bei denen Neugierige von Keller zu Keller wandern und Wein probieren können, als auch jahrhundertealte, riesige Kellergewölbe in Schlössern und Stiften laden zur geführten Erkundung ein. Der Keller im Stift Klosterneuburg nördlich von Wien - eines der ältesten und größten Weingüter Österreichs - zum Beispiel, liegt unglaubliche 36 Meter tief in der Erde. Der Retzer Erlebniskeller erstreckt sich über 21 Kilometer Länge unter der nördlichen Weinviertler Stadt. Und im steirischen Schloss Seggau ist gar einer der größten Weinkeller Europas zu finden: 300 Jahre alt, 72 Meter lang und achteinhalb Meter hoch.

Ein Mikrokosmos voll Wein

Alte Weintradition und moderne Architektur haben die Weinerlebniswelten vereint, von denen es mittlerweile mehrere im Osten Österreichs gibt. Das Loisium im niederösterreichischen Langenlois, die Sandgrube 13 in Krems und die Domäne Pöttelsdorf im Burgenland haben alle dasselbe Ziel: Wein mit allen Sinnen erlebbar zu machen und dabei auch noch Wissen zu vermitteln. Die aufwändigen Inszenierungen im Loisium oder der Domäne Pöttelsdorf veranschaulichen, dass in Österreich schon lange bekannt ist, wie man guten Wein macht. Das Wissen zu teilen und die Wertschätzung für das Handwerk der Weinbäuerinnen und Weinbauern zu erhöhen, gelingt dort mühelos. Kaum jemand, der nicht staunend (und durstig) aus einer der Weinerlebniswelten wieder ins Freie tritt.

Eine ganz besondere Weinerlebniswelt wurde in Wien geschaffen: Das Hotel Rathaus ist von Dach bis Keller auf den Rebensaft eingestellt. Jedes der 39 Zimmer des mehrfach ausgezeichneten Designhotels hat einen österreichischen Winzer als Paten (und dessen Weine im Kühlschrank).

Wein verstehen

Wein kann man auch in Seminaren lernen. Bei dieser Art von Weiterbildung braucht niemand Prüfungsangst zu haben. Weinseminare verbinden Theorie und Praxis auf angenehme (und oft sehr lustige) Art und Weise. In Einsteigerseminaren kommt eine ausführliche Verkostungskunde nicht zu kurz: Farbe, Viskosität, Geruch und natürlich Geschmack geben Auskunft über Alter, Reife, Boden, Herkunft, Rebsorte und vor allem Qualität des Weins. Das klingt kompliziert, aber mit ein bisschen angeleiteter Übung findet man sich mit Hilfe einiger schnell gelernter Grundbegriffe gut zurecht. Das hat allerdings ungeahnte Folgen: Wer einmal Wein in einem Weinseminar geleckt hat, wird sich so schnell keinen schlechten Wein mehr vorsetzen lassen. Die Chancen, in Österreich einen serviert zu bekommen, sind ohnehin nicht sehr groß.